Treffen mit Macron Biden nennt U-Boot-Pakt mit Australien »ungeschickt« eingefädelt

US-Präsident Biden und Frankreichs Staatschef Macron haben sich zum ersten Mal seit ihrem Streit um einen U-Boot-Deal getroffen. Biden erklärte, er habe nicht gewusst, dass Frankreich nicht über den Deal informiert war.
US-Präsident Joe Biden (l.) und Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron bei ihrem Treffen in Rom

US-Präsident Joe Biden (l.) und Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron bei ihrem Treffen in Rom

Foto: KEVIN LAMARQUE / REUTERS

Nach einem schweren Zerwürfnis zwischen Paris und Washington sind US-Präsident Joe Biden und Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron zu einem Gespräch zusammengetroffen. Biden erklärte in einem Statement, die Art, wie ein neues Sicherheitsbündnis mit Australien eingefädelt worden war, sei »ungeschickt« gewesen.

Er habe den Eindruck gehabt, dass Frankreich schon vor der Ankündigung des neuen Paktes informiert gewesen sei, sagte Biden am Freitag in Rom. Wegen des ohne Absprache verkündeten neuen Bündnisses hatte Frankreich einen milliardenschweren Rüstungsauftrag verloren. »Ich will es sehr klar sagen: Frankreich ist ein extrem, extrem wertvoller Partner«, betonte Biden.

Macron schien ebenfalls sehr bemüht, den Streit nun hinter sich zu lassen. Was nun zähle, sei, dafür zu sorgen, dass es in Zukunft kein solches Missverständnis mehr geben könne. Es gehe nun darum, eine noch stärkere Zusammenarbeit mit den USA zu schaffen, sagte Macron.

Aus dem Élysée-Palast hatte es vorab noch geheißen, es gehe bei dem Treffen darum, »das Vertrauen wieder herzustellen«. Vertreter Washingtons erklärten, Biden und Macron würden über viele Themen sprechen, darunter auch die Zusammenarbeit für die Sicherheit in der Sahelzone und im Indopazifik. Das Treffen fand am Freitag vor dem G20-Gipfel in der französischen Vatikan-Botschaft in Rom statt.

Zu dem Streit zwischen den Nato-Partnern war es gekommen, als die USA ohne vorherige Absprache mit Paris oder Brüssel zusammen mit Großbritannien und Australien ein neues Sicherheitsbündnis für den Südpazifik bekannt gegeben hatten.

Demnach soll Australien Zugang zur US-Technik für Bau und Betrieb von Atom-U-Booten gegeben werden. Das bedeutete, dass Frankreich ein milliardenschweres Geschäft für U-Boote mit Dieselantrieb für Australien verlor. Das hatte in Paris zu wütenden Reaktionen geführt und Zweifel an der Verlässlichkeit der transatlantischen Partnerschaft genährt. Frankreich hatte daraufhin sogar zeitweise seine Botschafter in den Partnerländern abgezogen.

mfh/dpa
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