Corona in den USA Biden spricht von härtester Phase der Pandemie

»Es ist schwer, das zu hören, aber es ist die Wahrheit«: Der künftige US-Präsident Biden stimmt die Amerikaner auf noch schlimmere Corona-Zeiten ein – und verspricht 100 Millionen Impfungen in 100 Tagen.
Joe Biden bei seinem regelmäßigen »Covid-19 Briefing«

Joe Biden bei seinem regelmäßigen »Covid-19 Briefing«

Foto: JONATHAN ERNST / REUTERS

Der gewählte US-Präsident Joe Biden hat die Amerikaner auf die möglicherweise schwierigste Phase in der Corona-Pandemie eingeschworen. »Die nächsten paar Wochen und Monate werden sehr hart sein, eine sehr harte Phase für unsere Nation. Vielleicht die härteste in der ganzen Pandemie«, sagte Biden in Wilmington im US-Bundesstaat Delaware. »Ich weiß, es ist schwer, das zu hören, aber es ist die Wahrheit.«

Biden versprach den Amerikanern, nach seinem Amtsantritt am 20. Januar seine Befugnisse zu nutzen, um die Herstellung von Impfstoffen und Schutzausrüstung zu beschleunigen. Seine Regierung habe das Ziel sicherzustellen, dass in ihren ersten 100 Tagen 100 Millionen Impfungen verabreicht würden. »Wenn der Kongress die Mittel bereitstellt, könnten wir dieses unglaubliche Ziel erreichen«, sagte Biden.

Der Regierung von Amtsinhaber Donald Trump warf er vor, dass ihr Impfzeitplan in Verzug gerate.

»Steigende Zahl von Todesfällen im Februar«

Biden rief die Menschen erneut dazu auf, die bewährten Schutzmaßnahmen wie Maskentragen und physische Distanz zu befolgen und sich baldmöglichst impfen zu lassen. Schon jetzt gebe es mehr als 330.000 Tote seit Beginn der Pandemie – und bevor sich die Lage verbessere, würden die Dinge zunächst schlimmer werden, warnte Biden. »Wir müssen uns darauf einstellen, dass die Infektionen über die Feiertage zu einem Anstieg der Fallzahlen im Januar und zu einer steigenden Zahl von Todesfällen im Februar führen werden.«

Die USA sind – wenn man die absoluten Zahlen betrachtet – das Land mit den meisten nachgewiesenen Corona-Infektionen und bestätigten Todesfällen im Zusammenhang mit Covid-19-Erkrankungen. Im Schnitt wurden in den vergangenen sieben Tagen täglich rund 180.000 Neuinfektionen verzeichnet.

Nach Angaben der »New York Times« wurden mehr als 2,1 Millionen Menschen gegen das Coronavirus geimpft. In den Vereinigten Staaten leben rund 330 Millionen Menschen.

Im US-Staat Colorado ist unterdessen erstmals die Coronavirusvariante B.1.1.7 nachgewiesen worden. Die US-Gesundheitsbehörde CDC sei darüber in Kenntnis gesetzt worden, teilte das Büro des Gouverneurs Jared Polis mit. Festgestellt worden sei die erstmals in Großbritannien entdeckte Coronavirusvariante bei einem jungen Mann, der sich derzeit in Isolation befinde und zuletzt nicht gereist sei. Es handelt sich um den ersten bekannten Nachweis des mutierten Virustyps in den USA.

Die neue Coronavirusvariante ist möglicherweise deutlich ansteckender als die bisher bekannte Form. Die meisten EU-Staaten hatten nach Bekanntwerden der Mutation entschieden, Reisen aus und nach Großbritannien weitgehend einzuschränken, um die Verbreitung zu verhindern. Auch in Deutschland ist der mutierte Virustyp bereits nachgewiesen worden.

wal/dpa
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