Biden stellt Klimateam vor »Wir haben keine Zeit zu verlieren«

Der künftige US-Präsident will in der Umweltpolitik vieles anders machen als Donald Trump. Nun hat Joe Biden sein Team vorgestellt, das den Kampf gegen die Klimakrise aufnehmen soll.
Joe Biden in Delaware: »Wir müssen sofort mit der Arbeit beginnen«

Joe Biden in Delaware: »Wir müssen sofort mit der Arbeit beginnen«

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ALEX EDELMAN / AFP

Der Kampf gegen die Klimakrise lässt sich laut Joe Biden nur gemeinsam gewinnen: Der künftige US-Präsident hat zu einer nationalen Kraftanstrengung aufgerufen. »Wir sind in einer Krise«, sagte Biden am Samstag in Wilmington im Bundesstaat Delaware. Dort stellte er seine Teams für Umwelt- und Klimathemen vor, und Pläne, wie er der Klimakrise in seiner Amtszeit begegnen will.

Biden sagte, beim Thema Klimawandel gelte wie in der Corona-Pandemie: Um dagegen anzugehen, müsse man als Nation geeint zusammenstehen. Es gebe hier die gleiche Dringlichkeit wie bei jedem nationalen Notstand. »Wir müssen sofort mit der Arbeit beginnen«, sagte er, »wir haben keine Zeit zu verlieren.«

Was Biden plant

Der Demokrat Biden hat den Kampf gegen die Erderwärmung zu einer Priorität erklärt und verfolgt ambitionierte Pläne (mehr dazu lesen Sie hier).

  • Bis zum Jahr 2035 soll die Stromerzeugung aus Kraftwerken frei von CO2-Emissionen laufen. Biden setzt vor allem auf erneuerbare Energien. Jedoch, weil deren globaler Anteil an der gesamten Energieerzeugung immer noch vergleichsweise klein ist, will er auch in Kernkraft investieren .

  • Millionen Gebäude im ganzen Land sollen energetisch saniert werden.

  • Geplant sind neue Investitionen in eine grüne Infrastruktur, unter anderem zwei Billionen US-Dollar für saubere Energieprojekte.

  • Wasser-, Transport- und Energieinfrastruktur sollen modernisiert, die Elektromobilität ausgebaut werden. Mit diesen Vorhaben sollen nach Bidens Plänen auch massenhaft neue Jobs in den USA entstehen.

Diese Pläne umsetzen sollen:

  • Deb Haaland als zukünftige Innenministerin. Die demokratische Kongressabgeordnete hatte bereits angekündigt, die Erzeugung von erneuerbaren Energien fördern zu wollen, um den Klimawandel zu bekämpfen.

  • Der Politiker Michael Regan soll für den Posten als Leiter der Umweltschutzbehörde Environmental Protection Agency (EPA) nominiert werden.

  • Die ehemalige Gouverneurin von Michigan, Jennifer Granholm, soll Energieministerin werden.

  • Brenda Mallory, Anwältin für Umweltrecht, soll dem US-Umweltrat Council on Environmental Quality (CEQ) vorstehen, der das Weiße Haus in Umweltfragen berät.

  • Gina McCarthy, unter Barack Obama Leiterin der EPA, soll nationale Klimaberaterin werden. Im Gegensatz zum Kabinett ist für die Ernennung McCarthys keine Zustimmung des Senats notwendig.

Gina McCarthy leitete unter dem ehemaligen Präsidenten Barack Obama die Umweltbehörde – ihre Amtszeit endete, als Donald Trump Präsident wurde

Gina McCarthy leitete unter dem ehemaligen Präsidenten Barack Obama die Umweltbehörde – ihre Amtszeit endete, als Donald Trump Präsident wurde

Foto: ALEX EDELMAN / AFP

Bidens Umweltpolitik bedeutet einen wesentlichen Kurswechsel gegenüber der Linie des amtierenden Präsidenten Donald Trump. Der hatte sich in der Vergangenheit mehrfach skeptisch dazu geäußert, ob es den Klimawandel überhaupt gibt und falls ja, ob er vom Menschen verursacht ist.

Unter Trump hatten sich die USA aus dem Pariser Klimaabkommen zurückgezogen. Trump hatte auch die EPA und Dutzende Regulierungen zum Umweltschutz geschwächt oder außer Kraft gesetzt. Biden, der am 20. Januar als neuer US-Präsident vereidigt wird, kündigte hingegen an, dem Pariser Klimaabkommen wieder beitreten zu wollen.

ngo/mst/dpa
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