US-Präsident sucht bei Rede nach verstorbener Abgeordneten »Jackie, bist du hier? Wo ist Jackie?«

Anfang August kam die US-Abgeordnete Jackie Walorski bei einem Unfall ums Leben, der Präsident zeigte sich damals »schockiert«. Bei einer aktuellen Rede wähnte Joe Biden sie nun offenbar unter den Zuhörern.
US-Präsident Biden bei der Konferenz zum Thema Hunger, Ernährung und Gesundheit in Washington

US-Präsident Biden bei der Konferenz zum Thema Hunger, Ernährung und Gesundheit in Washington

Foto: Yuri Gripas / UPI Photo / IMAGO

US-Präsident Joe Biden ist bei einer Konferenz ein unangenehmer Patzer unterlaufen: Er wähnte bei seiner Rede offenbar eine kürzlich verstorbene Abgeordnete unter den Zuhörern. »Jackie, bist du hier? Wo ist Jackie?«, fragte Biden bei der vom Weißen Haus organisierten Konferenz zum Thema Hunger, Ernährung und Gesundheit.

Der Präsident meinte damit die republikanische Abgeordnete Jackie Walorski, die die Konferenz zusammen mit anderen Parlamentariern ermöglicht hatte. Walorski war Anfang August bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Biden hatte sich dazu in einer Erklärung  »schockiert und traurig« gezeigt. »Sie wurde von Mitgliedern beider Parteien für ihre Arbeit respektiert«, erklärte er damals.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Bidens Sprecherin Karine Jean-Pierre sagte nun am Mittwoch, der Präsident habe bei der Konferenz Walorskis Namen genannt, weil er an die verstorbene Abgeordnete gedacht habe. Biden habe die »unglaubliche Arbeit« der Abgeordneten zu dem Thema lobend erwähnen wollen.

Zudem sei Walorski ihm in Gedanken sehr präsent gewesen, weil er ihre Familie für Freitag ins Weiße Haus eingeladen habe, sagte Jean-Pierre. Biden werde dann ein Gesetz unterzeichnen, mit dem eine Klinik für Veteranen nach Walorski benannt werde. »Natürlich war sie deswegen in seinen Gedanken«, sagte Jean-Pierre. Auf wiederholte Nachfragen, ob Biden sich peinlich versprochen habe oder der Familie Walorskis nun eine Entschuldigung zustehe, sagte die Sprecherin: »Meine Antwort wird sich sicher nicht ändern.«

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Ungeachtet der Beteuerungen dürfte der Vorfall denjenigen Kritikern des Präsidenten neue Nahrung geben, die die geistigen Fähigkeiten des 79-Jährigen in Zweifel ziehen. Biden ist der älteste Präsident der US-Geschichte und schon seit langer Zeit bekannt für Versprecher und Verhaspler. Bei der Präsidentschaftswahl 2024 könnte der Politiker der Demokratischen Partei sich um eine zweite Amtszeit bewerben. Er wäre dann 81 Jahre alt.

Jackie Walorski 2018 in Washington

Jackie Walorski 2018 in Washington

Foto: J. Scott Applewhite / AP

Walorski war im August im Alter von 58 Jahren zusammen mit zwei Mitarbeitern bei einem Autounfall in ihrem Heimatbundesstaat Indiana ums Leben gekommen. Der Unfall wurde laut Polizei von Walorskis Fahrer verursacht. Dieser versuchte demnach einen Laster zu überholen und stieß mit einem Fahrzeug auf der Gegenspur zusammen. Alle vier Beteiligten starben.

Anmerkung: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, eine Frau auf der gegenüberliegenden Fahrbahn habe die Kontrolle über ihr Fahrzeug verloren und so den Unfall verursacht. Wir haben die Stelle korrigiert.

aar/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.