Zeichen an Lukaschenko Biden empfängt belarussische Oppositionsführerin Tichanowskaja im Weißen Haus

Der belarussische Machthaber Lukaschenko geht mit Gewalt gegen seine Kritiker vor. Oppositionsführerin Tichanowskaja bittet den Westen seit Monaten um Hilfe. Nun hat sie Joe Biden getroffen – ohne offizielle Ankündigung.
Swetlana Tichanowskaja, Joe Biden im Weißen Haus in Washington

Swetlana Tichanowskaja, Joe Biden im Weißen Haus in Washington

Foto: HANDOUT / AFP

Diese Fotos dürften dem belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko nicht gefallen: US-Präsident Joe Biden hat die belarussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja im Weißen Haus empfangen. Fast zeitgleich erschienen Bilder des Treffens auf den Twitteraccounts der beiden. Das Treffen war zuvor nicht offiziell angekündigt worden.

»Die USA stehen bei ihrem Streben nach Demokratie und universellen Menschenrechten an der Seite der Menschen in Belarus«, hieß es auf dem Twitteraccount von Biden. Tichanowskaja bedankte sich in ihrem Post für ein »starkes Zeichen der Solidarität mit Millionen von furchtlosen Belarussen, die friedlich für ihre Freiheit kämpfen«. Die Welt würde hinter ihnen stehen, hieß es weiter. »Belarus wird eine Erfolgsstory werden.«

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Tichanowskaja war bei der Präsidentschaftswahl im August 2020 gegen Diktator Alexander Lukaschenko angetreten. Lukaschenko ließ sich nach 26 Jahren an der Macht zum sechsten Mal in Folge zum Wahlsieger erklären – mit mehr als 80 Prozent der Stimmen. Danach ging er mit massiver Gewalt gegen Proteste vor. Zehntausende Menschen wurden vorübergehend festgenommen, Hunderte verletzt und mehrere getötet.

Tichanowskaja hatte bereits US-Außenminister Blinken getroffen

Tichanowskaja erklärte über Telegram, sie habe Biden um Unterstützung gebeten, damit Belarus ein »erfolgreiches Beispiel für einen gewaltfreien Übergang zu einer Demokratie« werden könne. Für die USA sei es eine »moralische Pflicht«, dem belarussischen Volk zu helfen. Die 38-Jährige erinnerte außerdem an zahlreiche politische Gefangene in ihrer Heimat – darunter ihren Mann Sergej Tichanowski.

Seit Monaten versucht Tichanowskaja, aus dem Exil gegen das Lukaschenko-Regime anzugehen. Immer wieder forderte sie die USA zur Unterstützung der Demokratiebewegung in ihrer Heimat auf. Es seien dringende Hilfen für die politischen Gefangenen und ihre Familien, für die Zivilgesellschaft, die Privatwirtschaft und unabhängige Medien nötig. Mitte Juli hatte sie bereits den US-amerikanischen Außenminister Antony Blinken getroffen. Damals hieß es von der Sprecherin des Weißen Hauses noch, dass es keine Pläne für ein Treffen mit Präsident Biden gebe.

lau/dpa
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