Einkünfte des US-Präsidenten Joe Biden veröffentlicht Steuererklärung

Donald Trump hatte aus seiner Steuererklärung noch eine Art Staatsgeheimnis gemacht – nun legt Nachfolger Joe Biden das eigene Einkommen offen. Es fiel 2020 knapper aus als im Vorjahr.
Joe Biden und Kamala Harris (im April 2021)

Joe Biden und Kamala Harris (im April 2021)

Foto: BRENDAN SMIALOWSKI / AFP

Seit der Übergabe der Amtsgeschäfte im Januar ist das Weiße Haus nach vier chaotischen Jahren unter Donald Trump in vielen Bereichen zur Normalität zurückgekehrt. Das gilt auch für die politische Gepflogenheit, nach der ein US-Präsident seine Steuererklärung öffentlich einsehbar macht – Trump hatte dies unter anderem mit juristischen Mitteln verhindert.

Biden und seine Frau Jill erzielten demnach 2020 ein Einkommen von gut 600.000 US-Dollar (rund 500.000 Euro). Das Ehepaar habe gut 157.000 Dollar Einkommensteuer an den Bund und weitere 29.000 Dollar in seinem Heimatstaat Delaware gezahlt, teilte das Weiße Haus am Montag mit.

US-Vizepräsidentin Kamala Harris und ihr Ehemann Douglas Emhoff gaben für 2020 ein Einkommen von 1,7 Millionen Dollar an, worauf sie insgesamt rund 800.000 Dollar Steuern zahlten. Für die frühere Senatorin und ihren Mann, einen erfolgreichen Anwalt, fielen die Einnahmen im Wahlkampfjahr deutlich geringer aus als 2019. Damals kamen die beiden auf ein Gesamteinkommen von knapp 3,3 Millionen Dollar.

Auch für den ehemaligen Senator und Vizepräsident Biden war 2019 finanziell ein besseres Jahr gewesen: Damals hatten er und seine Frau Jill den Angaben zufolge noch ein Einkommen von gut 985.000 Dollar.

Biden und Harris hatten sich bei der Wahl im November vergangenen Jahres gegen Trump durchgesetzt. Sie sind seit dem 20. Januar im Amt.

Endlose Debatte über die Steuern des Ex-Präsidenten

Berichten von US-Medien zufolge soll der Republikaner Trump jahrelang kaum Einkommensteuer an den Bund gezahlt haben. Die »New York Times« hatte berichtet, Trump habe in den Jahren 2016 und 2017 lediglich 750 Dollar Einkommensteuer gezahlt . Trump wies den Bericht damals pauschal zurück, verwies aber auch darauf, dass der Präsident andere Steuern in Millionenhöhe zahle.

Die Staatsanwaltschaft New York dürfte wegen laufender Ermittlungen und aufgrund eines entsprechenden Urteils des Obersten Gerichtshofs Einblick in Trumps Steuerunterlagen bekommen oder bereits haben. Eine Veröffentlichung der Unterlagen scheint jedoch unwahrscheinlich.

Biden will die Einkommensteuer für Spitzenverdiener erhöhen – wovon er auch selbst betroffen wäre. Mit den Einnahmen sollen große Investitionen in Infrastruktur und Sozialleistungen finanziert werden. Ob er dafür die Zustimmung des Kongresses gewinnen kann, ist allerdings noch ungewiss, weil er dafür im Senat auf mehrere Abweichler bei den Republikanern angewiesen sein könnte.

jok/AFP