Mögliche Vizepräsidentin Joe Biden will seine Mitstreiterin kommende Woche präsentieren

Mit wem geht Joe Biden ins Rennen um das Weiße Haus? Diese Frage beschäftigt Washington seit Monaten - nun naht die Entscheidung. Mit einer Favoritin war er in der Vergangenheit heftig aneinandergeraten.
Joe Biden (im Januar 2020): Wer soll seine Vize werden?

Joe Biden (im Januar 2020): Wer soll seine Vize werden?

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BRIAN SNYDER/ REUTERS

In den Umfragen liegt er derzeit vorn, die Nominierung seiner Partei hat er de facto in der Tasche. Nun will der designierte US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden in der kommenden Woche seine Kandidatin für das Amt der Vizepräsidentin auswählen.

Er werde seine Wahl in der ersten vollen Augustwoche treffen, kündigte Biden am Dienstag im Gespräch mit Reportern an. Seine Entscheidung werde er dann auch der Öffentlichkeit mitteilen. Biden hatte schon vor Monaten versprochen, auf eine Frau als Kandidatin an seiner Seite zu setzen.

Als eine der Favoritinnen für die Vizekandidatur wird die Senatorin Kamala Harris gehandelt, die Biden im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der oppositionellen Demokraten unterlegen war. Sie war bei einem der demokratischen TV-Duelle allerdings heftig mit Biden aneinandergeraten. Manche Beobachter zweifeln daher, ob zwischen beiden die Chemie für eine erfolgreiche Zusammenarbeit stimmt.

Weiter genannt werden unter anderen die frühere Nationale Sicherheitsberaterin Susan Rice, die Kongressabgeordnete Val Demings, die Bürgermeisterin von Atlanta, Keisha Lance Bottoms, sowie die Senatorinnen Tammy Baldwin, Tammy Duckworth und Elizabeth Warren. Auch Warren unterlag im diesjährigen Rennen um die Präsidentschaftskandidatur.

Die Pläne für eine mögliche präsidiale Agenda werden konkreter

Biden hat sich die Kandidatur gegen den amtierenden Präsidenten Donald Trump praktisch gesichert. In den Vorwahlen der Demokraten setzte er sich klar durch. Die formelle Nominierung des früheren Vizepräsidenten durch seine Partei steht aber noch aus. Sie soll während eines Parteitags vom 17. bis 20. August erfolgen, der wegen der Corona-Pandemie größtenteils virtuell abgehalten wird.

Auch über Bidens weitere Pläne wurde zuletzt mehr bekannt. So will er im Falle eines Wahlsiegs verstärkt gegen die ökonomische Ungleichheit zwischen ethnischen Gruppen vorgehen. Das geht aus einem Maßnahmenkatalog vor, den Bidens Wahlkampfteam in dieser Woche veröffentlicht hat. Die Schließung des "Racial Gap" ist Teil eines vierstufigen Wirtschafts- und Sozialprogramms, mit dem Biden die Folgen der Coronakrise abfedern will.

Die Präsidentenwahl in den USA findet am 3. November statt.

jok/AFP
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