US-Wahlkampf Biden will statt Debatte mit Trump allein auf Sendung gehen

Wegen Donald Trumps Covid-Erkrankung sollte das nächste TV-Duell mit Joe Biden virtuell stattfinden - doch der Präsident sagte ab. Nun hat sein Herausforderer offenbar einen neuen Termin - nur für sich.
Präsidentschaftskandidat Biden: Townhall-Event statt Duell mit Trump

Präsidentschaftskandidat Biden: Townhall-Event statt Duell mit Trump

Foto: BRENDAN MCDERMID / REUTERS

US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden wird statt des geplanten TV-Duells mit Amtsinhaber Donald Trump am 15. Oktober allein beim Sender ABC News auftreten. Die Veranstaltung soll vom Moderator George Stephanopoulos geleitet werden, berichtet die Nachrichtenagentur AP.

Die Teams von Biden und Trump hatten sich zuvor nicht auf einen neuen Termin einigen können. Das ursprünglich als zweites von insgesamt drei TV-Duellen zwischen Trump und Biden geplante Event am kommenden Donnerstag (Ortszeit) war wegen Trumps Erkrankung an Covid-19 hinfällig geworden.

Seit Trumps Entlassung aus dem Walter-Reed-Militärkrankenhaus, wo der US-Präsident über drei Tage behandelt wurde, verweigert sein Team Auskünfte über seinen Gesundheitszustand und auch darüber, wann der Präsident zuletzt negativ auf das Virus getestet wurde. Die für die Wahlkampfdebatten zuständige Kommission hatte daher vorgeschlagen, das TV-Duell statt in Miami virtuell abzuhalten.

Trump kündigt Boykott von virtueller Debatte an

Trump lehnte dies jedoch ab. "Ich verschwende meine Zeit nicht mit einer virtuellen Debatte", sagte Trump in einem Interview mit dem Sender Fox News. "Du sitzt hinter einem Computer und machst eine Debatte - das ist lächerlich. Und dann schalten sie dich ab, wann immer sie wollen", sagte der Präsident.

Trumps Wahlkampfmanager Bill Stepien hatte bereits erklärt, anstatt des TV-Duells plane Trump nun eine Veranstaltung vor Anhängern. Das von der Kommission vorgeschlagene Format sei nur eine "traurige Entschuldigung", Biden zu helfen, behauptete er.

73 Millionen US-Zuschauer beim ersten TV-Duell

"Die Sicherheit aller Beteiligten kann einfach gewährt werden, ohne eine Gelegenheit abzusagen, bei der Wähler die Kandidaten im Duell sehen können." Trump hätte vor der Debatte mehrmals negativ auf das Coronavirus getestet werden können, sagte Stepien.

Die TV-Duelle bei Präsidentschaftswahlen in den USA haben erhebliches Gewicht. Beim ersten Duell zwischen Biden und Trump schauten fast 73 Millionen Menschen zu. Auch beim Duell der Vizekandidaten Kamala Harris und Mike Pence am Mittwoch waren es noch fast 58 Millionen US-Zuschauer.

Biden und Harris treten gemeinsam auf - Pence sagt Termine ab

Biden macht derzeit gemeinsam mit seiner Vizekandidatin Kamala Harris Wahlkampf im Bundesstaat Arizona - es ist das erste Mal seit Harris' Nominierung, dass beide zusammen auftreten.

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Trumps Stellvertreter Pence sagte dagegen für Freitag (Ortszeit) geplante Wahlkampfevents ab. Er kehre stattdessen nach Washington zurück, schrieb unter anderem der AP-Journalist Jonathan Lemire auf Twitter.

fek/AP/Reuters
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