Trumps ehemaliger Sicherheitsberater Iraner in den USA wegen Mordkomplotts gegen Bolton angeklagt

Ein Mitglied der iranischen Revolutionsgarde soll einen Mord an Donald Trumps einstigem Sicherheitsberater John Bolton in Auftrag gegeben haben – für 300.000 Dollar. Nun wurde der Mann angeklagt. Iran reagierte umgehend.
John Bolton (hier im Jahr 2020 in North Carolina) war von 2018 bis 2019 Sicherheitsberater im Weißen Haus

John Bolton (hier im Jahr 2020 in North Carolina) war von 2018 bis 2019 Sicherheitsberater im Weißen Haus

Foto: JONATHAN DRAKE / REUTERS

Wegen eines Mordkomplotts gegen den ehemaligen Sicherheitsberater des früheren US-Präsidenten Donald Trump, John Bolton, ist in den USA ein Mitglied der iranischen Revolutionsgarde angeklagt worden. Dem 45 Jahre alten Mann aus Teheran wird vorgeworfen, einen Mord in Auftrag gegeben und als Lohn 300.000 US-Dollar (umgerechnet etwa 291.000 Euro) in Aussicht gestellt zu haben. Das gab das Justizministerium am Mittwoch bekannt .

Der Iraner befindet sich nach Angaben des Ministeriums im Ausland auf freiem Fuß. Der genaue Aufenthaltsort sei nicht bekannt.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass es sich bei dem Plan um eine Vergeltungsmaßnahme für einen Anschlag im Januar 2020 handeln sollte, bei dem der iranische General Qasem Soleimani getötet wurde.

Über einen Anschlag auf den heute 73 Jahre alten Bolton ist nichts bekannt. Der Diplomat diente unter den Präsidenten Ronald Reagan und George W. Bush im Justiz- und im Außenministerium. Im April 2018 wurde er Nationaler Sicherheitsberater unter Trump. Allerdings geriet Bolton schnell in Konflikt mit dem damaligen Präsidenten. Er schied im September 2019 aus der Regierung aus.

»Es ist nicht das erste Mal, dass wir iranische Rachepläne gegen Menschen auf amerikanischem Boden aufgedeckt haben, und wir werden unermüdlich daran arbeiten, jeden einzelnen dieser Versuche aufzudecken und zu vereiteln«, sagte Vize-Generalstaatsanwalt Matthew Olsen. Sollte der Mann gefasst und verurteilt werden, drohen ihm bis zu 10 Jahre Haft für die Planungen und weitere 15 Jahre für die in Aussicht gestellte Bezahlung.

So reagiert Iran

Iran wies die Anschuldigungen zurück. »Iran warnt nachdrücklich vor jeglichen Maßnahmen gegen iranische Bürger unter dem Vorwand dieser lächerlichen und unbegründeten Anschuldigungen«, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Nasser Kanaani, laut iranischen Medien.

Mit diesem Plakat fahndet das FBI nach dem Iraner

Mit diesem Plakat fahndet das FBI nach dem Iraner

Foto: AP

Bolton wiederum dankte dem Justizministerium und der Bundespolizei FBI. In einer Mitteilung hieß es : »Die iranischen Machthaber sind Lügner, Terroristen und Feinde der Vereinigten Staaten. Ihre radikalen, antiamerikanischen Ziele sind unverändert; ihre Zusagen sind wertlos.« Iran werde zunehmend zu einer globalen Bedrohung. Bolton sprach sich vehement dagegen aus, dass Atomabkommen mit Iran wiederzubeleben. US-Präsident Joe Biden strebt das an. Trump hatte das Abkommen einseitig aufgekündigt.

Bidens Sicherheitsberater Jake Sullivan warnte: »Sollte Iran einen unserer Bürger angreifen, einschließlich derer, die weiterhin den Vereinigten Staaten dienen oder früher gedient haben, wird Iran mit ernsten Konsequenzen rechnen müssen.«

aar/dpa
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