US-Bürgerrechtsikone John Lewis ist tot

Gemeinsam mit Martin Luther King kämpfte er für die Bürgerrechte: John Lewis ist im Alter von 80 Jahren gestorben. Barack Obama würdigte den Demokraten als "Helden".
Trauer um John Lewis: Er wurde 80 Jahre alt

Trauer um John Lewis: Er wurde 80 Jahre alt

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imago stock&people/ imago images/ZUMA Press

Nach schwerer Krankheit ist der US-amerikanische Bürgerrechtler und Politiker John Lewis gestorben. Der demokratische Kongressabgeordnete war für seinen jahrzehntelangen Kampf für die Gleichberechtigung der Schwarzen in den USA bekannt. Er wurde 80 Jahre alt.

Die demokratische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, würdigte ihn in einer Erklärung  als "einen der größten Helden der amerikanischen Geschichte" und als "Gewissen des Kongresses". Lewis hatte im vergangenen Dezember mitgeteilt, dass er an Krebs im fortgeschrittenen Stadium leide.

Sein Tod löste in den Vereinigten Staaten Bestürzung aus. Barack Obama, einziger schwarzer Präsident in der Geschichte des Landes, erinnerte daran, wie sehr Lewis sein eigenes Leben geprägt habe. Schon bei der ersten Begegnung als Student habe er ihn "seinen Helden" genannt. "Als ich zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt wurde, umarmte ich ihn vor der Vereidigung und sagte ihm, dass ich nur dort sei wegen der Opfer, die er erbracht habe", schrieb Obama, der 21 Jahre nach Lewis geboren wurde, in einem Nachruf .

Seit 1987 im Repräsentantenhaus

Lewis war Redner beim legendären Marsch auf Washington, bei dem Martin Luther King Jr. 1963 seine weltberühmte "I have a Dream"-Rede hielt. Im Alter von 23 Jahren stand er damals auf den Stufen des Lincoln Memorials in der Bundeshauptstadt, um gemeinsam mit Martin Luther King (1929-1968) vor mehr als 200.000 Zuhörern ein Ende der rassistischen Diskriminierung in den USA zu fordern.

Lewis wurde als Sohn eines Kleinpächters in Troy (Alabama) im tiefen Süden der USA geboren. Als eines von zehn Kindern musste er Baumwolle pflücken. Medienberichten zufolge erzählte er später gerne, wie er den Küken das Evangelium predigte.

Mit 18 nahm er erstmals Kontakt zu Martin Luther King auf. Er baute eine Studentenbewegung mit auf und bereitete den Marsch auf Washington mit vor. 1965 leitete er den ersten der sogenannten Selma-nach-Montgomery-Märsche - der mit Polizeigewalt gestoppt wurde. Seit 1987 vertrat er einen Wahlkreis im Bundesstaat Georgia im Repräsentantenhaus.

"Wir haben einen Giganten verloren"

"Er liebte sein Land so sehr, dass er sein Leben und sein Blut dafür riskierte, dass dieses seinem Versprechen gerecht werden möge", schrieb Obama. "Wir haben einen Giganten verloren", hieß es von Ex-Präsident Bill Clinton und seiner Frau Hillary in einem gemeinsamen Statement. "John Lewis gab alles, was er hatte, um Amerikas unerfülltes Versprechen der Gleichheit und Gerechtigkeit für alle einzulösen". Die Senatorin Kamala Harris nannte Lewis "einen Giganten, auf dessen Schultern viele von uns stehen".

Der republikanische Mehrheitsführer im Senat, Mitch McConnell, würdigte Lewis als "einen Pionier der Bürgerrechte, der sein Leben aufs Spiel setzte, um Rassismus zu bekämpfen, Gleichberechtigung zu fördern und unsere Nation in einen größeren Einklang mit ihren Gründungsprinzipien zu bringen".

Lewis galt als Kritiker von Präsident Donald Trump. Zuvor schon hatte er sich gegen Präsident George W. Bush, Obamas direkten Vorgänger, gestellt, den er als nicht "echt gewählten Präsidenten" bezeichnete.

Trump reagierte später als seine Vorgänger auf die Todesnachricht. "Traurig über die Nachricht vom Tod des Bürgerrechts-Helden John Lewis", schrieb er bei Twitter. "Melania und ich senden unsere Gebete an ihn und seine Familie."

bbr/dpa/AFP