Geplante Auslieferung in die USA Software-Entwickler John McAfee tot in spanischem Gefängnis gefunden

Ein Gericht hatte seine Auslieferung in die USA genehmigt, nur Stunden später ist der Gründer der Antiviren-Software McAfee leblos in seiner Zelle eines spanischen Gefängnisses gefunden worden.
John McAfee (Archivbild)

John McAfee (Archivbild)

Foto: JORGE DAN LOPEZ/ REUTERS

Der Gründer des Sicherheitssoftware-Herstellers McAfee, John McAfee, ist in Spanien nach Behördenangaben tot in seiner Gefängniszelle aufgefunden worden. Das katalanische Justizministerium bestätigte am Mittwoch einen entsprechenden Bericht der Zeitung »El Mundo« . Möglicherweise handle es sich um Suizid, hieß es in einer Erklärung. Eine Autopsie soll Gewissheit bringen.

Die Leiche des 75 Jahre alten Multimillionärs wurde am Mittwochabend in einer Zelle der Haftanstalt Brians 2 etwa 30 Kilometer nordwestlich von Barcelona entdeckt.

Stunden zuvor hatte das Oberste Gericht Spaniens grünes Licht für die Auslieferung McAfees an die USA gegeben. In seiner Heimat war er unter anderem wegen Steuerhinterziehung, Betrugs mit Kryptowährungen und Verschwörung zur Geldwäsche angeklagt. Im vorigen Oktober war McAfee auf Betreiben der US-Behörden auf dem Flughafen El Prat in Barcelona festgenommen worden. In einer Auslieferungsanhörung erklärte er, die Vorwürfe gegen ihn seien politisch motiviert. Bei einer Verurteilung hätten McAfee eine jahrelange Haftstrafe und hohe Geldstrafen gedroht.

McAfees Frau Janice beklagte seit längerer Zeit, dass es ihm im Gefängnis »nicht gut« gehe und er nur mit Verzögerung »angemessene medizinische Versorgung« erhalten habe. »Die US-Behörden sind entschlossen, John im Gefängnis sterben zu lassen«, erklärte sie am Sonntag auf Twitter.

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John McAfee begann seine Karriere bei der US-Raumfahrtbehörde Nasa und arbeitete in mehreren Informatikfirmen, bevor er 1987 die nach ihm benannte Firma für Antiviren-Software gründete. In den Neunzigerjahren zog er sich aus dem Unternehmen zurück.

2012 sorgte McAfee im zentralamerikanischen Belize für Schlagzeilen, als nach einem Mord an seinem Nachbarn nach ihm gefahndet wurde und er durch den Dschungel vor der Polizei floh. 2019 wurde er von einem Gericht in Florida zu einer Zahlung von umgerechnet rund 21 Millionen Euro an die Familie des Toten verurteilt. Der Fall wurde jedoch nie richtig aufgeklärt.

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kim/aar/dpa/AFP
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