Stunden nach Doppel-Rücktritt Johnson ernennt neue Minister

Zügige Beförderungen: Nur Stunden, nachdem zwei Minister sein Kabinett verließen, hat Premier Boris Johnson bereits die Nachfolger parat.
Nach dem Rücktritt ist vor der Beförderung: Boris Johnson hat bereits die Nachfolger für die zurückgetretenen Minister ernannt.

Nach dem Rücktritt ist vor der Beförderung: Boris Johnson hat bereits die Nachfolger für die zurückgetretenen Minister ernannt.

Foto: JUSTIN TALLIS / AFP

Schnelle Besetzung nach dem doppelten Rücktritt zweier Minister: Der britische Premierminister Boris Johnson hat seinen Stabschef Steve Barclay zu seinem nächsten Gesundheitsminister ernannt. Auch für den zurückgetretenen Finanzminister Rishi Sunak hat Johnson bereits Ersatz: Nadhim Zahawi, der bisherige Bildungsminister soll Rishi Sunaks Posten übernehmen, berichtet die BBC. Erst am Abend waren die Vorgänger in den Ämtern, Sajid Javid und Rishi Sunak, zurückgetreten.

Die beiden Minister hatten bei ihren Rücktritten scharfe Kritik am Regierungschef geäußert. Beide nahmen dabei vor allem den Führungsstil des 58-Jährigen ins Visier. Damit ist das Land in eine schwere Regierungskrise gestürzt.

Der britische Premierminister Boris Johnson teilte Sunak und Javid mit, dass er ihren Rücktritt bedauere. Er äußerte sich in Briefen an die beiden Männer, die von seinem Büro veröffentlicht wurden.

Der Premier habe trotz aller Kritik keinen Kurswandel eingeleitet, betonte Javid in seinem am Abend veröffentlichten Rücktrittsschreiben. »Mir ist klar, dass sich diese Situation unter Ihrer Führung nicht ändern wird.« Sunak schrieb, sein Ansatz und Johnsons seien »zu unterschiedlich«. Mehrere konservative Abgeordnete lobten die Politiker für ihre Haltung.

Zwar versicherten umgehend zahlreiche andere Kabinettsmitglieder wie Vizepremier und Justizminister Dominic Raab oder Außenministerin Liz Truss dem Premier ihre Unterstützung. Zudem gilt Johnson als Stehaufmännchen, hat mehrere Skandale überlebt. Aber die Stimmung innerhalb seiner Konservativen Partei ist am Boden. Der Premier müsse zurücktreten, sagte ein Kabinettsmitglied dem Sender Sky News.

ktz/dpa/Reuters
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