Gendergerechte Sprache Abgeordnete in Jordanien prügeln sich wegen Frauenrechten

Während einer Plenardebatte in Jordanien ist es zu Handgreiflichkeiten zwischen Abgeordneten gekommen. Grund des Streits: eine Änderung der Verfassung, die Frauen sprachlich mitbedenken will.
In Amman kam es zu handfesten Auseinandersetzungen

In Amman kam es zu handfesten Auseinandersetzungen

Foto: - / AFP

In Jordaniens Hauptstadt Amman haben sich Abgeordnete wegen einer geplanten Verfassungsänderung geprügelt. Das zeigen Videoaufnahmen, die Plenardebatte wurde live übertragen. Nach Angaben von CNN ging es dabei um eine Änderung der Verfassung, die Frauenrechte stärken sollte.

Demnach sei der Streit zwischen zwei konservativen Abgeordneten ausgebrochen, andere Parlamentarier mischten sich ein. Die Änderung habe vorgesehen, sowohl Frauen als auch Männer künftig in der Verfassung anzusprechen. Bislang wird in der jordanischen Verfassung das generische Maskulinum verwendet. Laut CNN wurde die Entscheidung nach den Handgreiflichkeiten vertagt.

Konservative Männer haben offenbar Angst vor Veränderung

Die Änderung sei Teil eines Reformprogramms, das von König Abdullah II. unterstützt wird und Jordanien modernisieren soll. Frauen sind in vielen Bereichen des Lebens bereits rechtlich gleichgestellt, allerdings nicht überall. Nur ein Mann kann beispielsweise die Staatsbürgerschaft an seine Kinder vererben.

Die jordanische Frauenrechtlerin Salma Nims sagte CNN, jedes Mal, wenn die Frauenbewegung nah dran sei, Veränderungen zu schaffen, bekomme das patriarchale System Angst, dass diese Änderung eine Änderung der Machtstrukturen innerhalb der Gesellschaft bedeuten könnte.

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