Hauptstadt Afghanistans Mindestens zehn Menschen sterben bei Explosion in Kabuler Moschee

Eine Anschlagswelle erschüttert Afghanistan: Eine Woche nach dem Angriff beim Freitagsgebet in Kunduz gab es erneut eine tödliche Explosion in einer Moschee. Noch ist unklar, ob erneut der IS dafür verantwortlich ist.
Anschlag auf eine Moschee in Mazar-e Scharif

Anschlag auf eine Moschee in Mazar-e Scharif

Foto: STR / EPA

Bei einer Explosion in Afghanistans Hauptstadt Kabul sind mindestens zehn Menschen getötet worden, zahlreiche weitere Menschen wurden verletzt. Dies teilte ein Sprecher des Taliban-Innenministeriums mit. Demnach ereignete sich die Explosion nach dem Freitagsgebet in einer Moschee im Westen der Stadt. Genauere Angaben gab es zunächst nicht.

Nach Angaben der italienischen Organisation Emergency wurden 20 Verletzte in ein örtliches Krankenhaus gebracht. Augenzeugen gingen von einer weitaus höheren Opferzahl aus.

Derzeit erschüttert eine Welle schwerer Anschläge das Land. In den vergangenen Wochen wurden Dutzende Menschen bei Attentaten auf Moscheen, religiöse Minderheiten und Schulen getötet. Einen Großteil der Angriffe reklamiert die Terrormiliz »Islamischer Staat« (IS) für sich, die vor allem im Osten sowie in Gebieten des Nachbarlands Pakistan ein Herrschaftsgebiet etablieren will. Einst für besiegt erklärt, ist der IS heute weiter aktiv und verübt regelmäßig Anschläge gegen Schiiten und die Taliban. Diese hatten nach dem Abzug der westlichen Truppen im August 2021 die Macht übernommen.

Die Taliban hatten nach ihrer Machtübernahme in Afghanistan im August zugesagt, keinen Extremistengruppen Unterschlupf zu gewähren. Das 2600 Kilometer lange Grenzgebiet zu Pakistan ist aber schon lange Rückzugsort für militante Gruppen.

muk/dpa/Reuters