Afghanistan Kabuls Vizegouverneur bei Anschlag getötet

Bei einem Bombenanschlag ist Kabuls stellvertretender Gouverneur getötet worden. Zeitgleich wurden in der afghanischen Hauptstadt Polizisten angegriffen, von denen einer starb. Zu den Anschlägen bekannte sich noch niemand.
Szene nach dem Bombenanschlag in Kabul: Zwei Menschen kamen dabei ums Leben

Szene nach dem Bombenanschlag in Kabul: Zwei Menschen kamen dabei ums Leben

Foto: HEDAYATULLAH AMID/EPA-EFE/Shutterstock

Mahboboullah Mohibi, Vizegouverneur der afghanischen Provinz Kabul, ist bei einem Bombenanschlag getötet worden. Der Sprengsatz sei an seinem Fahrzeug befestigt gewesen, teilte das Innenministerium mit. Bei dem Attentat in der Hauptstadt kam demnach auch ein Mitarbeiter von Mohibi ums Leben. Zwei Leibwächter wurden verletzt.

An einem anderen Ort in Kabul erschossen Unbekannte am Dienstag einen Polizisten und verletzten einen weiteren, wie die Polizei mitteilte. Zu beiden Taten bekannte sich zunächst niemand.

Taliban lehnen Waffenruhe weiterhin ab

Erst am Sonntag waren bei einem Taliban-Angriff in der afghanischen Provinz Kundus mindestens zehn Sicherheitskräfte getötet worden. Seit dem 12. September sprechen die Taliban im Golfstaat Katar mit Vertretern der Regierung über Frieden. Zuletzt hatten beide Seiten Fortschritte gemeldet. Trotzdem geht der Konflikt brutal weiter. Eine Waffenruhe lehnen die Taliban ab. Nach einer dreiwöchigen Pause sollen die Gespräche in Katar am 5. Januar wieder aufgenommen werden.

Ende Februar hatten die Taliban ein Abkommen mit den USA unterzeichnet, das einen schrittweisen Abzug der US-Streitkräfte aus Afghanistan vorsieht. Im Gegenzug verpflichteten sich die Islamisten, Verbindungen zu anderen Terroristen zu beenden. Die Friedensverhandlungen sind das wichtigste Zugeständnis, das die USA den Taliban abringen konnten.

höh/dpa/Reuters
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