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Regelung seit 1. Januar Kalifornien führt geschlechtsneutrale Spielzeug-Abteilungen ein

Barbie für Mädchen hier, Lego für Jungs dort – Kalifornien aber tritt der Vergeschlechtlichung von Spielzeug nun entgegen. Die Inspiration für das neue Gesetz soll eine Achtjährige geliefert haben.
Spielzeugauswahl in einem Geschäft in Houston im US-Bundesstaat Texas

Spielzeugauswahl in einem Geschäft in Houston im US-Bundesstaat Texas

Foto: Brandon Bell / Getty Images

Seit dem 1. Januar müssen große Spielzeugläden in Kalifornien eine geschlechtsneutrale Abteilung haben. Das 2021 verabschiedete Gesetz trat mit dem Jahreswechsel in Kraft. Kalifornien ist der erste Bundesstaat der USA, der eine solche Regelung erlassen hat.

Das Gesetz besagt, dass Einzelhandelsgeschäfte mit 500 oder mehr Beschäftigten Spielzeug und Kinderpflegeprodukte (mit Ausnahme von Kleidung) in einer geschlechtsneutralen Abteilung verkaufen müssen. Dabei gibt es jedoch große Freiräume: Laut Gesetzestext  soll besagte Zone »nach dem Ermessen des Einzelhändlers gekennzeichnet« werden, die Menge der dort angebotenen Spielzeuge müsse »angemessen« sein, wobei es egal sei, ob dieses »traditionell für Mädchen oder für Jungen vermarktet wurde«.

Für Verstöße legt das Gesetz eine Strafe von bis zu 250 Dollar (knapp 230 Euro) fest, bei einem weiteren Vergehen drohen bis zu 500 Dollar Bußgeld (knapp 460 Euro).

Man solle »Kinder Kinder sein lassen«, heißt es

Nach Angaben von CNN  wurde das Gesetz durch ein achtjähriges Mädchen inspiriert. Der kalifornische Abgeordnete Evan Low erzählte demnach, er sei gefragt worden: »Warum sollte mir ein Geschäft vorschreiben, was ein Mädchenshirt oder -spielzeug ist?« Lows Folgerung: »Dieser Gesetzentwurf wird Kindern helfen, sich frei und unvoreingenommen auszudrücken. Wir müssen Kinder Kinder sein lassen.«

Das Gesetz war im September 2021 mit 49 zu 16 Stimmen verabschiedet worden, im darauffolgenden Monat hatte der demokratische Gouverneur Gavin Newsom es unterzeichnet. Im September 2023 hatte Newsom ein Gesetz unterzeichnet, nach dem Schulen bis Juli 2026 geschlechtsneutrale Toiletten bereitstellen müssen. »Kalifornien ist stolz darauf, einige der robustesten Gesetze der Nation zu haben, wenn es um den Schutz und die Unterstützung unserer LGBTQ+-Gemeinschaft geht«, sagte Newsom damals.

Schon seit Längerem gibt es auch bei Spielzeugherstellern den Wunsch, gegen eine allzu starke Vergeschlechtlichung von Spielzeug vorzugehen. So hatte der Konzern Mattel im Jahr 2019 eine geschlechtsneutrale Barbie-Puppe auf den Markt gebracht. Lego etwa kündigte 2022 an, künftig seine Bausets nicht mehr speziell nach Jungen und Mädchen zu sortieren. Auch von staatlicher Seite gibt es Bestrebungen, die in diese Richtung gehen: Im April 2022 verbot Spanien sexistische Spielzeugwerbung: Mädchen durften künftig nicht mehr in »diskriminierender oder herabwürdigender« Weise gezeigt werden. Auch für die Farbgebung gibt es seitdem strenge Regeln.

mgo