Kalifornien Polizei identifiziert Angreifer nach Schüssen auf Polizisten

Der Fall hatte die Debatte über rassistisch motivierte Polizeigewalt in den USA beeinflusst: Mitte September hat ein Unbekannter auf ein Polizeiauto geschossen und zwei Beamte verletzt. Nun wurde er gefunden.
Polizisten stehen vor dem Krankenhaus in Compton im US-Bundesstaat Kalifornien

Polizisten stehen vor dem Krankenhaus in Compton im US-Bundesstaat Kalifornien

Foto: Jintak Han / AP

Vor knapp drei Wochen hat ein Mann im US-Bundesstaat Kalifornien auf zwei Polizisten in ihrem Streifenwagen geschossen. Sollten die Beamten sterben, müsse der Mörder die Todesstrafe bekommen, forderte US-Präsident Donald Trump nach der Tat auf Twitter. Die Beamten haben überlebt und nun konnte auch der Angreifer identifiziert werden.

Der Mann sitze bereits seit dem 15. September wegen eines anderen Delikts in Haft, teilte die Polizei mit. Die Ermittler kamen ihm demnach über eine Waffe auf die Spur, die er bei seiner Festnahme weggeworfen hatte.

Der Verdächtige war am 12. September in Compton, einem südlichen Vorort von Los Angeles, auf einen Streifenwagen zugelaufen und hatte durch das Autofenster auf die beiden Polizisten, einen Mann und eine Frau, geschossen. Beide erlitten mehrere Schussverletzungen, schwebten aber nicht in Lebensgefahr.

Die Polizei fahndete im Großraum Los Angeles nach dem flüchtigen Täter, den Präsident Trump auf Twitter als "Tier" bezeichnete. Sie setzte zudem eine Belohnung von 100.000 Dollar (rund 84.000 Euro) aus.

Der 36-Jährige, den die Polizei am Mittwoch offiziell wegen versuchten Mordes beschuldigte, war Angaben der Polizei zufolge festgenommen worden, weil er ein Auto gestohlen haben und den Besitzer mit einer Schusswaffe verletzt haben soll. Bei einer ballistischen Untersuchung kam demnach heraus, dass dieselbe Waffe auch bei dem Angriff auf die zwei Polizisten benutzt worden war.

In den USA gibt es seit Wochen Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt, die durch den Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz Ende Mai in Minneapolis im Bundesstaat Minnesota ausgelöst worden waren. Der Angriff auf die beiden Polizisten in Kalifornien lenkte die Aufmerksamkeit zwischenzeitlich auf Gewalt gegen Beamte.

asc/AFP
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