Angreifer schießt auf Polizeiauto Trump fordert "Todesstrafe für den Mörder" - sollten Beamte sterben

In Kalifornien hat ein Mann auf zwei Polizisten geschossen. Sollten sie sterben, müsse der Täter zum Tode verurteilt werden, schrieb Donald Trump. Dabei gilt in dem Bundesstaat ein Moratorium für Hinrichtungen.
Polizisten stehen vor dem Krankenhaus in Compton im US-Bundesstaat Kalifornien

Polizisten stehen vor dem Krankenhaus in Compton im US-Bundesstaat Kalifornien

Foto: Jintak Han / AP

Nachdem zwei Polizisten im kalifornischen Compton in ihrem Streifenwagen angeschossen worden sind, fahnden Ermittler nach dem unbekannten Täter. Die beiden Einsatzkräfte, ein Mann und eine Frau, wurden am Samstag aus dem Hinterhalt angegriffen und lebensgefährlich verletzt.

Der Unbekannte sei auf sie zugegangen und habe das Feuer ohne Warnung oder Provokation eröffnet, teilte das Sheriff-Department des Bezirks Los Angeles auf Twitter mit. Dazu stellte es ein Video, das zeigt, wie sich eine Person dem Streifenwagen nähert und durch das Fenster der Beifahrerseite schießt.

Die Polizisten erlitten mehrere Schusswunden und wurden in ein Krankenhaus gebracht. "Das ist nur eine düstere Erinnerung daran, dass dies ein gefährlicher Job ist (...)", sagte Sheriff Alex Villanueva dem Sender CNN zufolge auf einer Pressekonferenz. Die Polizistin und der Polizist hätten erst vor 14 Monaten ihren Abschluss an der Akademie gemacht. Sie sollen sich nach den Operationen in einem kritischen Zustand befinden.

US-Präsident Donald Trump teilte das Video des Departments und twitterte über den flüchtigen Täter: "Tiere, die man hart treffen muss." Zudem forderte er: "Wenn sie sterben, schneller Prozess, Todesstrafe für den Mörder. Nur so lässt sich das verhindern!"

Der Einsatz der Todesstrafe ist in den USA höchst umstritten. Mehrere Bundesstaaten haben ihre Politik in den vergangenen Jahren geändert. Im März 2019 verkündete Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom, das Töten eines Menschen sei falsch - und verhängte bis zum Ende seiner Amtszeit ein Moratorium für alle Hinrichtungen

Nach der Attacke versammelten sich einige Demonstranten vor dem St. Francis Medical Center, wo die Einsatzkräfte behandelt wurden. Fälle von exzessiver Polizeigewalt haben in den vergangenen Monaten in den USA landesweite Demonstrationen und eine Debatte über die Einsatzmethoden der Polizei entfacht.

Auch das Sheriff-Department von Los Angeles steht in der Kritik. Erst Anfang September kam es in der Metropole zu vereinzelten Protesten, nachdem ein schwarzer Fahrradfahrer von Polizeibeamten getötet wurde.

Unterdessen fahndet die Polizei nach dem mutmaßlichen Täter der Schießerei von Compton. Das Department des Sheriffs kündigten eine Belohnung von 100.000 US-Dollar für Informationen an, die zu einer Festnahme führen würden.

sen/dpa/AP
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