Vor Vereidigung als Vizepräsidentin Kamala Harris gibt Amt als Senatorin ab

Es ist ein formaler Schritt, aber einer mit Wirkung: Vor ihrer Vereidigung als erste Schwarze im Amt der Vizepräsidentin räumt Kamala Harris ihren Senatsposten. Auch ihr Nachfolger im Amt schreibt Geschichte.
Die designierte US-Vizepräsidentin Kamala Harris

Die designierte US-Vizepräsidentin Kamala Harris

Foto: NOAH BERGER/ AFP

Kamala Harris gibt ein Amt auf, um Raum für Neues zu machen. Am Montag will Harris ihren Posten als Senatorin aufgeben, zwei Tage bevor sie als neue Vizepräsidentin in Washington vereidigt werden soll. Das teilten Mitarbeiter ihres Büros mit. Ihr soll der kalifornische Demokrat Alex Padilla im Amt nachfolgen.

Padilla wird Kaliforniens erster Senator mit lateinamerikanischen Wurzeln sein. Er wird Harris' Posten für die verbleibenden zwei Jahre übernehmen.

Harris selbst wird am Mittwoch vor dem US-Kapitol als Vizepräsidentin an der Seite des gewählten US-Präsidenten Joe Biden vereidigt – und Geschichte schreiben: Die 56-Jährige ist die erste Frau und erste schwarze Vizepräsidentin der USA. Die Einwanderertochter verkörpert damit auf politischer Ebene den »Amerikanischen Traum«. Nicht wenige sehen die Vizepräsidentschaft nur als Zwischenschritt: Harris könnte in vier Jahren das höchste Amt im Staat anstreben.

Scheidender Vize Mike Pence gratulierte per Telefon

In einer Geste des Entgegenkommens hatte der scheidende Vizepräsident Mike Pence am Freitag mit seiner Nachfolgerin Harris telefoniert. Die »New York Times« berichtete, Pence habe Harris gratuliert und ihr Hilfe angeboten. Es war demnach das erste Gespräch der beiden seit ihrem Aufeinandertreffen bei einem Fernseh-Wahlkampfduell im Oktober vergangenen Jahres. Anders als Pence will Nochpräsident Donald Trump nicht zur Vereidigung seines Nachfolgers kommen.

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Biden und Harris haben ein umfangreiches Programm vor sich. Die Kalifornierin und der künftige Präsident Joe Biden übernehmen die Macht in schwierigen Zeiten. Sie müssen die verheerende Corona-Pandemie bekämpfen und die Wirtschaftskrise eindämmen, und sie haben den Wählern eine ehrgeizige Reformagenda versprochen. Biden hatte bereits eine Reihe von Blitzdekreten angekündigt.

Harris könnte dabei eine einflussreiche Vizepräsidentin werden. Biden dürfte sie mit vielen wichtigen Aufgaben betrauen, so wie er einst selbst als Stellvertreter von Präsident Barack Obama zentrale Dossiers übernahm.

Schlüsselrolle im Weißen Haus

Gerade bei Reformgesetzen wird Harris eine Schlüsselrolle zukommen: Als Vizepräsidentin ist sie auch Vorsitzende des Senats, in dem Demokraten und Republikaner künftig jeweils 50 Senatoren stellen. In Pattsituationen – aber auch nur dann – wird sie mit ihrer Stimme den Ausschlag geben. Dass sie selbst vier Jahre lang als Senatorin diente, wird ihr sicherlich helfen, wenn Regierung und Kongress neue Gesetze aushandeln. Sie kennt die Senatorinnen und Senatoren und die Mechanismen des Oberhauses gut.

mrc/AP/Reuters
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