Kamala Harris in Panmunjom US-Vizepräsidentin nennt Nordkorea »brutale Diktatur«

Der damalige US-Präsident Trump zelebrierte 2020 seine Männerfreundschaft mit Nordkoreas Diktator. US-Vizepräsidentin Kamala Harris schlug jetzt bei einem Besuch auf der koreanischen Halbinsel andere Töne an.
Kamala Harris beim Besuch in der Demilitarisierten Zone: »Dramatisch unterschiedliche Wege«

Kamala Harris beim Besuch in der Demilitarisierten Zone: »Dramatisch unterschiedliche Wege«

Foto: YONHAP / POOL / EPA

US-Vizepräsidentin Kamala Harris hat bei einem Besuch des stark gesicherten Grenzgebiets zwischen Süd- und Nordkorea ungewöhnlich scharfe Kritik an der Führung in Pjöngjang geübt. Die sogenannte demilitarisierte Zone, die die koreanische Halbinsel seit gut sieben Jahrzehnten teilt, sei eine deutliche Erinnerung daran, welch »dramatisch unterschiedliche Wege« die beiden Seiten eingeschlagen hätten.

»Im Norden sehen wir eine brutale Diktatur, grassierende Menschenrechtsverletzungen und ein rechtswidriges Waffenprogramm, das Frieden und Stabilität bedroht«, sagte Harris am Donnerstag. Zuvor hatte die Stellvertreterin von US-Präsident Joe Biden bereits bei einem Treffen mit Südkoreas Präsident Yoon Suk Yeol in Seoul die »provokative Atomrhetorik« und die Raketentests Nordkoreas verurteilt, wie das Weiße Haus mitteilte. Harris versicherte Yoon die Unterstützung ihres Landes, einschließlich »der gesamten Bandbreite der US-Verteidigungsfähigkeiten«.

Erst am Mittwoch hatte Nordkorea erneut einen Raketentest absolviert. In Südkorea geht man zudem davon aus, dass die Führung in Pjöngjang einen neuen Atomtest vorbereitet – den ersten seit 2017 und den siebten insgesamt seit 2006. Wegen der Tests wurden in den vergangenen Jahren eine ganze Reihe von Sanktionen gegen Nordkorea verhängt, weshalb das Land international nahezu vollständig isoliert ist.

Machthaber Kim Jong Un lässt sich jedoch nicht von seinem Kurs abbringen, da er Nordkorea von den USA bedroht sieht. Erst kürzlich verabschiedete Nordkorea ein neues Atomwaffengesetz, das das Recht auf einen nuklearen Erstschlag zur Selbstverteidigung vorsieht. Auch der Status als Atommacht wurde darin »unumkehrbar« verankert.

Die USA sind Südkoreas Schutzmacht. Untermauert werden soll dies unter anderem am Freitag mit einem gemeinsamen Manöver mit der südkoreanischen und japanischen Marine, an dem mehrere US-Kriegsschiffe teilnehmen.

Nur Stunden nach der Abreise von Harris: Nordkorea testet erneut Raketen

Nur wenige Stunden nach der Abreise der US-Vizepräsidentin aus Südkorea unternahm Nordkorea erneut einen Test mit zwei ballistischen Raketen. Nach Angaben des südkoreanischen Militärs vom Donnerstag flogen die Raketen in Richtung des Japanischen Meeres (koreanisch: Ostmeer), wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete.

Der jüngste Raketentest durch Nordkorea erfolgte kurz nach den am Donnerstag beendeten Marineübungen südkoreanischer und US-amerikanischer Streitkräfte, bei denen auch der Flugzeugträger »USS Ronald Reagan« teilgenommen hatte. Nordkorea fühlt sich durch die gemeinsamen Militärübungen der USA mit ihrem Bündnispartner Südkorea provoziert. Insgesamt war es bereits der dritte Raketenabschuss diese Woche.

asa/Reuters
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