Gefährliche Überfahrt Vier Migranten tot in Boot vor den Kanaren gefunden

Ein Frachtschiff entdeckte das Boot etwa 300 Kilometer vor den Kanarischen Inseln. Ein Mensch wurde gerettet. Weitere 29 Menschen werden noch vermisst.
Retten Menschen aus oft nicht seetüchtigen Booten: Die spanische Küstenwache vor den Kanarischen Inseln

Retten Menschen aus oft nicht seetüchtigen Booten: Die spanische Küstenwache vor den Kanarischen Inseln

Foto: ADRIEL PERDOMO / EPA

Die spanische Küstenwache hat vor den Kanarischen Inseln vier tote Migranten auf einem Boot entdeckt. Laut einer Nichtregierungsorganisation hatte das Boot ursprünglich 34 Menschen an Bord. Ein Frachtschiff habe im Atlantik rund 300 Kilometer südlich von Gran Canaria ein Schlauchboot gesichtet, berichtete der staatliche kanarische TV-Sender RTVC am Sonntag. In dem Boot sei nur ein Überlebender mit starker Unterkühlung gefunden worden. Vier weitere Migranten in dem Boot seien bereits tot gewesen.

Die NGO Caminando Fronteras schrieb auf Twitter, dass sie am 24. September einen Notruf von dem Boot erhalten habe, wenige Stunden nachdem dieses die Küste der Westsahara verlassen hatte. Nach einer Woche ohne Nachrichten wurde südlich der Kanaren ein Boot mit »einem völlig erschöpften 26-jährigen Mann und vier Leichen an Bord« entdeckt, erklärte Helena Maleno von Caminando Fronteras.

Der Überlebende habe gesagt, ursprünglich seien insgesamt 34 Menschen aus Ländern südlich der Sahara an Bord gewesen. Weitere Details wurden zunächst nicht bekannt.

Die anderen 29 Menschen seien »vom Ozean verschluckt worden«, erklärte Maleno und sprach von einer »weiteren Tragödie auf einer der gefährlichsten Routen für Migranten« zwischen Afrika und den Kanaren.

Etwa tausend Menschen starben bislang bei Überfahrt

Seit Jahresbeginn gelang etwa 11.500 Migranten die Überfahrt von Afrika auf die Kanarischen Inseln, wie Zahlen der spanischen Regierung zeigen. Laut Caminando Fronteras starben 978 Menschen bei dem Versuch einer Überquerung.

An der engsten Stelle sind die Kanaren nur hundert Kilometer von Marokko entfernt. Die meisten Migranten beginnen die Überfahrt jedoch weiter südlich, einige Boote legen im tausend Kilometer weiter südlich gelegenen Mauretanien ab.

Durch die starken Strömungen ist die Route extrem gefährlich. Trotz der Lebensgefahr wagen immer wieder Menschen in kleinen, oft gar nicht seetüchtigen Booten die Überfahrt über den offenen Atlantik aus Nordafrika zu den Kanaren und damit in die EU.

jpa/dpa/afp
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