Kari Lake Trump-Kandidatin unterliegt in Arizona – und streut neue Zweifel am Wahlverlauf

Sie gilt als Verfechterin von Donald Trumps »Big Lie«, im Wahlkampf machte sie sich über den verletzten Paul Pelosi lustig: Nun hat Kari Lake die Gouverneurswahl in Arizona laut Prognosen verloren.
Kari Lake (am 4. November)

Kari Lake (am 4. November)

Foto: Etienne Laurent / EPA

Die Demokratin Katie Hobbs hat die umkämpfte Gouverneurswahl im US-Bundesstaat Arizona nach Prognosen für sich entschieden. Die 52-Jährige setzte sich am Dienstag nach Vorhersagen der TV-Sender NBC und CNN gegen die republikanische Rechtsaußen-Kandidatin Kari Lake durch.

Hobbs war in der Regierung des Bundesstaates für die vom ehemaligen Präsidenten Donald Trump und seinen Anhängern angefochtene Auszählung der Stimmen bei der Präsidentenwahl 2020 zuständig. Lake wurde von Trump unterstützt und zählt zu jenen, die seine unbegründeten Behauptungen wiederholen, Joe Biden habe die Präsidentenwahl nur durch massiven Betrug gewonnen.

Schon vor dem Bekanntwerden der neuen Zahlen hatte Lake in einem Interview Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Urnengangs in Arizona geäußert. Nach Angaben des US-Senders CNN  sagte sie in einer TV-Sendung über die Wahlhelferinnen und Wahlhelfer: »Ich hasse es, dass sie bummeln und das Unvermeidliche hinauszögern. Sie wollen die Wahrheit nicht aussprechen. Nämlich, dass wir gewonnen haben.« Für diese Aussage handelte sie sich Kritik des Wahlleiters in Maricopa County ein – selbst ein Republikaner.

Am Wahlabend hatte Lake zudem über vermeintliche Benachteiligungen durch Probleme mit den elektronischen Stimmzählmaschinen geklagt. Auch mit diesem Vorwurf folgt sie dem Vorbild Trumps. Tatsächlich hatten einige der Maschinen nicht fehlerfrei funktioniert. Die »Washington Post« hat das Wahlverhalten in der Umgebung der Standorte mit den fehlerhaften Stimmzählern analysiert. Die Zeitung kommt zu dem Schluss, dass diese nicht überwiegend republikanisch geprägt sind.

Geschmacklose Aussage über Pelosi

In der Schlussphase des Wahlkampfs hatte Lake zudem mit Aussagen über Paul Pelosi für Aufsehen gesorgt. Der Ehemann der US-Spitzenpolitikerin Nancy Pelosi war von einem Einbrecher attackiert und schwer verletzt worden. Lake hatte bei einem Auftritt gesagt, dass »ihr Haus nicht besonders gut geschützt ist«. Das war offenbar als Scherz gemeint – das Publikum reagierte mit Gelächter.

Der bisherige republikanische Gouverneur Doug Ducey konnte wegen einer Amtszeit-Begrenzung nicht mehr antreten. Arizona gilt in den USA als umkämpfter Staat, der sich von einer einst republikanischen Hochburg mehr und mehr zugunsten der Demokraten gewandelt hat.

Bei der Wahl am Dienstag vergangener Woche wurde in 36 Staaten über Gouverneurinnen und Gouverneure abgestimmt. Es ist das wichtigste Amt in einem Bundesstaat, vergleichbar mit einem Ministerpräsidenten eines Bundeslandes in Deutschland.

jok/dpa
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