Nach schweren Kämpfen Kirgisistan und Tadschikistan verkünden Waffenruhe

Seit dem Zerfall der Sowjetunion streiten Kirgisistan und Tadschikistan um eine Grenzregion. Bei Gefechten sind binnen weniger Tage Dutzende Menschen gestorben. Nun haben die beiden Länder eine Waffenruhe unterzeichnet.
Kirgisischer Soldat nahe der Grenze mit Tadschikistan

Kirgisischer Soldat nahe der Grenze mit Tadschikistan

Foto: IGOR KOVALENKO / EPA

Nach sechs Tagen heftiger Gefechte mit vielen Toten wegen eines Grenzstreits haben die zentralasiatischen Ex-Sowjetrepubliken Kirgisistan und Tadschikistan eine Waffenruhe vereinbart. Das Protokoll wurde am Montag von den Chefs der Geheimdienste beider Länder unterzeichnet, wie russische Agenturen meldeten. Truppen und schwere Waffen sollten von der Grenze abgezogen werden, hieß es.

Die Lage in der kirgisischen Grenzregion Batken stabilisiere sich allmählich, sagte der Leiter des Staatskomitees für nationale Sicherheit, Kamytschbek Taschijew. Sein Gegenüber aus Tadschikistan, Saimumin Jatimow, sagte: »Wir sind überzeugt, dass jetzt echter Frieden einkehrt an unseren Staatsgrenzen.« Ihr Treffen fand an der Grenzübergangsstelle Guliston statt.

Mindestens 100 Tote

Seit Ausbruch der Gefechte am 14. September sind nach offiziellen Angaben auf kirgisischer Seite mindestens 59 Menschen getötet und 164 verletzt worden. Aus dem Krisengebiet in der Provinz Batken mussten demnach 136.000 Menschen in Sicherheit gebracht werden. Tadschikistan meldete 41 Tote.

Zuvor hatten sich die beiden Hochgebirgsländer an der Grenze zu China gegenseitig die Schuld an der Eskalation gegeben. Es wurden immer wieder Feuerpausen vereinbart, die aber wenig später gebrochen wurden. In der Region sollen schwere Artillerie, Kampfhubschrauber und Drohnen im Einsatz gewesen sein. Sowohl Soldaten als auch Zivilisten wurden getötet.

Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion vor mehr als 30 Jahren streiten Kirgisistan und Tadschikistan an zahlreichen Stellen über den Verlauf ihrer rund tausend Kilometer langen Grenze. Auch in anderen Regionen des postsowjetischen Raums eskalierten zuletzt alte Konflikte. So griff etwa vor einigen Tagen im Südkaukasus Aserbaidschan sein Nachbarland Armenien erneut an. Beobachter befürchten, dass solche Spannungen zunehmen, weil Russland, das in der gesamten Region militärisch sehr präsent ist, derzeit mit dem Krieg gegen die Ukraine beschäftigt ist.

col/dpa
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