Acht Milliarden – Der Auslands-Podcast Indigene Influencer und ihre Chancen, die Welt zu retten

Indigene Völker sind in der Klimakrise besonders bedroht. Ihre Präsenz in digitalen Netzwerken und öffentlichen Diskussionen nimmt zu. Doch genau das könnte ihre Glaubwürdigkeit entwerten.
Ein Podcast von Olaf Heuser
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80 Prozent der Biodiversität unseres Planeten werden von Indigenen Völkern geschützt.

Das ist in dreifacher Hinsicht bemerkenswert. Denn indigene Menschen leben in Regionen der Welt, die bisher von der Zivilisation verschont blieben, nicht jedoch vom Klimawandel – egal ob es sich um Gegenden in Amerika oder Asien handelt. Gleichzeitig müssen sich viele der dort lebenden Völker gegen wirtschaftliche Interessen wehren, die ihre natürlichen Gebiete bedrohen. Und damit ihre teils jahrtausendealte, nachhaltige Lebensweise, die ohne Überproduktion, Ausbeutung oder Müllerzeugung auskommt.

Auf der COP26-Klimakonferenz in Glasgow haben viele indigene Aktivisten darauf hingewiesen, dass ihnen deshalb eine natürliche Führungsrolle im Kampf gegen den Klimawandel zukommt und die zivilisierte Welt viel von ihnen lernen könne. Inzwischen werben indigene Influencer auch in sozialen Netzwerken für ihre Kultur und versuchen die Weltgemeinschaft auf diesem Wege zu aktivieren.

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Weltweit ist es so, dass indigene Proteste momentan ein Momentum haben, was verschiedene Gründe hat«, sagt Nicola Abé, Brasilien-Korrespondentin für das SPIEGEL-Projekt »Globale Gesellschaft«, »einer davon ist natürlich, dass sich die Interessen indigener Völker und die Interessen der Umweltbewegung überschneiden und dass die ganze Umwelt- und Klimabewegung wichtiger geworden ist.«

Mehr als tausend Klimaschützer wurden seit dem Pariser Klimaabkommen im Jahr 2016 ermordet, allein im vergangenen Jahr waren es 227 – und die Hälfte der Opfer entstammte indigenen Gemeinschaften. In vielen Ländern werden Ureinwohner in der Gesellschaft noch immer nicht als gleichwertig behandelt, die Morde an ihnen seltener verfolgt und aufgeklärt. Auch für den Status vieler Völker könnten indigene Influencer etwas bewirken. Doch die steigende Präsenz bei Instagram und anderen bildbasierten Plattformen hat – ebenso wie die Auftritte indigener Aktivisten in traditioneller Tracht – auch negative Seiten.

»Es ist eben sehr attraktiv und man kann da als Politiker, aber auch als Medien sehr schön zeigen, wie viel Diversity man zulässt, dass man eben indigene Stimmen hört und repräsentiert«, erklärt Nicola in dieser Podcast-Folge. »Was natürlich noch nicht heißt, dass deren Anliegen auch wirklich ernst genommen werden und dass wirklich Veränderungen passieren.«

Wie groß der Einfluss indigener Influencer wirklich ist, warum das Urheberrecht ein Problem darstellt und ob nachhaltige Konzepte indigener Völker auch global funktionieren, das hören Sie in dieser Episode von »Acht Milliarden«.

Die aktuelle Folge hören Sie hier:

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