Klimapolitik China und Russland kontern Bidens Kritik

»Taten sprechen lauter als Worte«: China hat die Kritik von Joe Biden an Pekings Klimapolitik zurückgewiesen. Auch Russland wehrte sich gegen Äußerungen des US-Präsidenten.
Joe Biden in Glasgow bei der Weltklimakonferenz

Joe Biden in Glasgow bei der Weltklimakonferenz

Foto: Evan Vucci / dpa

China und Russland fehlen bei der Weltklimakonferenz in Glasgow, weshalb sie US-Präsident Joe Biden dort deshalb kritisierte. Peking und Moskau haben die Vorwürfe nun vehement zurückgewiesen. »Taten sprechen lauter als Worte«, sagte der chinesische Außenamtssprecher Wang Wenbin am Mittwoch. Im Kampf gegen den Klimawandel komme es auf »konkrete Taten und nicht auf leere Worte an«, fügte er hinzu. »Chinas Maßnahmen als Reaktion auf den Klimawandel sind real.«

Biden hatte am Dienstag in seiner Rede in Glasgow bemängelt, dass China und Russland dem Gipfel fernblieben. »Ich denke, es war ein großer Fehler, ganz offen gesagt«, sagte Biden am Dienstagabend bei seiner Abschluss-Pressekonferenz. China habe damit die Chance verpasst, Menschen auf der ganzen Welt bei der elementaren Frage des Klimaschutzes zu beeinflussen. Das Fernbleiben von Staatschef Xi Jinping passe auch nicht zu der von China angestrebten globalen Führungsrolle. Das Gleiche gelte für Russland.

Alle Artikel zum Uno-Klimagipfel

Anfang November trifft sich die Staatengemeinschaft im schottischen Glasgow zur 26. Uno-Klimakonferenz, der COP26. Auf dem zweiwöchigen Treffen geht es darum, die Ziele der Länder zu erhöhen und gemeinsame Regeln für den Kampf gegen die Klimakrise zu definieren. Lesen Sie hier alle Artikel zum Gipfel.

Russland: Klimapolitik sei »konsequent, durchdacht und ernsthaft«

Russland wies Bidens Vorwürfe am Mittwoch ebenfalls zurück. Moskau wolle die Bedeutung der Konferenz in Glasgow keineswegs herunterspielen, sagte Kreml-Sprecher Dmitrij Peskow. Russlands Klimapolitik sei »konsequent, durchdacht und ernsthaft«.

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Die COP26 läuft bis zum 12. November. Am Dienstag hatten sich mehr als 80 Staats- und Regierungschefs in Glasgow einer Initiative der EU und der USA zur Methan-Emissionsminderung angeschlossen. Der Methan-Ausstoß soll demnach bis 2030 um mindestens 30 Prozent im Vergleich zu 2020 sinken. Einige der größten Emittenten, unter ihnen China und Russland, schlossen sich dem Vorstoß jedoch nicht an.

197 Nationen verhandeln in Glasgow über die weitere Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens von 2015. Das Abkommen sieht die Begrenzung der Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad, idealerweise 1,5 Grad, im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter vor. Experten und die Uno warnen aber, dass die Erde derzeit auf eine Erwärmung von 2,7 Grad in diesem Jahrhundert zusteuert.

svs/als/AFP/dpa
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