Zerstörung von Lebensraum Uno-Hochkommissarin fordert legale Migration für Klimaflüchtlinge

Die Erderhitzung vertreibt Menschen aus ihrer Heimat – doch in vielen Ländern gilt das nicht als ausreichender Fluchtgrund. Nun fordert Uno-Hochkommissarin Bachelet sichere Migrationswege.
Aufgrund von Hitze verendetes Nutzvieh in Mali

Aufgrund von Hitze verendetes Nutzvieh in Mali

Foto: DPA

Die Klimakrise macht in Landstriche unbewohnbar, schon jetzt sind Menschen auf der Flucht vor den Folgen der Erderhitzung. Die Uno-Menschenrechtschefin Michelle Bachelet hat nun die Staaten der Erde zur Aufnahme von Umweltflüchtlingen aufgefordert.

»Wenn Menschen fliehen müssen, weil ihre Umwelt ihnen kein würdevolles Leben mehr erlaubt, sind erzwungene Rückführungen nicht nur skrupellos, sondern auch völlig untragbar«, sagte die Hochkommissarin vor dem Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen in Genf. Angesichts der zunehmenden Klimakrise, Umweltverschmutzung und Zerstörung von Lebensräumen sollten Länder sichere und legale Migrationswege bereitstellen, forderte sie.

In den vergangenen Monaten hätten Dürren von Marokko über Senegal bis nach Sibirien Millionen Menschen dem Risiko von Leid, Hunger und Flucht ausgesetzt, sagte Bachelet vor dem Gremium. Dazu seien noch die riesigen Brände und Überflutungen auf der ganzen Welt, unter anderem in Deutschland, gekommen.

Umweltschützende unter Verfolgung

Bachelet berichtete auch, dass Umweltaktivistinnen und -aktivisten immer stärker von Verfolgung, Gewalt und Tod bedroht seien – unter anderem in Brasilien und Südostasien. Das Uno-Menschenrechtsbüro werde mit dem Uno-Umweltprogramm (UNEP) ein Programm zum Schutz von Umweltschützern aufbauen, kündigte sie an.

Die 47 Länder des Menschenrechtsrats, darunter auch Deutschland, werden in den kommenden Wochen auch über die Schaffung einer Expertenstelle zur globalen Beobachtung der Klimakrise und ihrer Folgen für Menschenrechte diskutieren. EU-Staaten unterstützen den Plan.

mrc/dpa
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