Konflikt mit Russland USA schicken Militärhilfe nach Kiew

Die USA haben der Ukraine 90 Tonnen Ausrüstung geliefert, darunter Munition »für die Frontverteidigung«. Die Fracht habe US-Präsident Joe Biden angeordnet. Deutschland will ein Frontlazarett schicken.
Ein ukrainischer Soldat in einer Frontstellung

Ein ukrainischer Soldat in einer Frontstellung

Foto: Andriy Dubchak / AP

Inmitten der schweren Spannungen mit Russland haben die USA neue Militärhilfe in die Ukraine geschickt. In der Nacht zum Samstag landete eine US-Frachtmaschine auf einem Flughafen der Hauptstadt Kiew, wie die dortige US-Botschaft im Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte. An Bord seien 90 Tonnen Fracht gewesen, darunter Munition »für die Frontverteidigung«. Diese Unterstützung sei von US-Präsident Joe Biden angeordnet worden.

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Die Botschaft veröffentlichte Bilder, die das Flugzeug beim Entladen zeigten. Es sei die erste von mehreren Lieferungen gewesen, hieß es. Dies »demonstriert das starke Engagement der Vereinigten Staaten für das souveräne Recht der Ukraine auf Selbstverteidigung«. Erst am Freitag hatten sich Russlands Außenminister Sergej Lawrow und sein US-Kollege Antony Blinken zu Krisengesprächen in Genf getroffen. Beide Politiker sprachen danach von offenen und konstruktiven Gesprächen.

Großbritannien hat schon Waffen geschickt, Lettland und Litauen kündigen Lieferungen an

Zuletzt hatte der Kreml die Lieferung von leichten Panzerabwehrwaffen aus Großbritannien an die Ukraine scharf kritisiert. Auch die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen wollen nun in den USA hergestellte Panzerabwehrraketen und Flugabwehrsysteme in die Ukraine schicken.

Die Bundesregierung hat unterdessen angekündigt, ein Feldlazarett an Kiew zu liefern, lehnt aber weiterhin Waffenlieferungen ab. Im Februar werde »ein komplettes Feldlazarett übergeben, inklusive der nötigen Ausbildung, alles von Deutschland mit 5,3 Millionen Euro kofinanziert«, sagte Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht der »Welt am Sonntag«.

Deutschland habe auch bereits Beatmungsgeräte geliefert und behandele schwer verletzte Soldaten der Ukraine in Bundeswehr-Krankenhäusern. Die Bundesregierung müsse alles tun, um die Krisenlage zu deeskalieren. »Waffenlieferungen wären da aktuell nicht hilfreich – das ist Konsens in der Bundesregierung«, betonte die SPD-Politikerin.

Die USA und ihre westlichen Verbündeten verlangen einen Rückzug der an der ukrainischen Grenze zusammengezogenen 100.000 russischen Soldaten ins Hinterland. Russland dagegen will schriftliche Sicherheitsgarantien und ein Ende der Osterweiterung des westlichen Militärbündnisses Nato.

svs/dpa