Ermordeter Nationalheld Belgien gibt Zahn von Patrice Lumumba an den Kongo zurück

Patrice Lumumba wurde 1961 ermordet, sein Leichnam laut Zeitzeugen in Säure aufgelöst. Nun hat der belgische König der Familie des ersten kongolesischen Regierungschefs dessen letzten sterblichen Überrest ausgehändigt.
Der belgische König Philippe mit den Kindern Patrice Lumumbas in Brüssel: Juliana, Francois und Roland Lumumba

Der belgische König Philippe mit den Kindern Patrice Lumumbas in Brüssel: Juliana, Francois und Roland Lumumba

Foto: Olivier Hoslet / EPA

Der Umgang mit dem letzten sterblichen Überrest Patrice Lumumbas belastete die Beziehungen zwischen Belgien und der Demokratischen Republik Kongo. Nun ist der Konflikt beigelegt. Belgien hat in Brüssel eine Schatulle mit einem Zahn Lumumbas den Angehörigen des vor mehr als 60 Jahren ermordeten kongolesischen Regierungschefs übergeben. An der Zeremonie nahm neben Lumumbas Kindern auch der kongolesische Regierungschef Jean-Michel Sama Lukonde teil.

Belgiens Regierungschef Alexander De Croo bat die Familie um Entschuldigung und sprach von einer »moralischen Verantwortung« seines Landes. Bis heute gebe es »keinen Beweis« für eine aktive Verwicklung der belgischen Regierung oder der Armee des Landes in die Ermordung Lumumbas Anfang der Sechzigerjahre. Die belgischen Verantwortlichen hätten die Tat aber vermutlich verhindern können.

Leichnam wurde laut Zeitzeugen in Säure aufgelöst

Der belgische König Philippe hatte bereits vor knapp zwei Wochen bei einem Besuch in der Demokratischen Republik Kongo sein »tiefes Bedauern« über die Leiden der Kolonialzeit ausgedrückt. Er empfing die Angehörigen Lumumbas nun in seinem Palast.

Lumumba war der erste demokratisch gewählte Regierungschef der langjährigen belgischen Kolonie – und ein erklärter Gegner der Kolonialherren. Lumumba wurde wenige Monate nach seiner Wahl ermordet, sein Leichnam wurde nach Angaben von Zeitzeugen in Säure aufgelöst.

Die belgischen Behörden fanden den Zahn Jahrzehnte später bei Ermittlungen zu Lumumbas Verschwinden. Er soll nun in seine Heimat übergeführt werden.

asa/AFP