Sicherheitskräfte reagierten mit Schüssen Uno-Mission in der Demokratischen Republik Kongo gestürmt

Sie drangen mit Gewalt in das Gebäude, zerstörten Möbel und sollen gestohlen haben: Im Osten der Demokratischen Republik Kongo haben Demonstranten den Sitz der Uno-Mission bei einer Protestaktion verwüstet.
Demonstranten in Goma

Demonstranten in Goma

Foto: Moses Sawasawa / AP

In der Stadt Goma in der Demokratischen Republik Kongo ist der Sitz der Uno-Mission gestürmt worden. Demonstranten seien am Montag mit Gewalt in das Gebäude eingedrungen und hätten Mobiliar zerstört sowie gestohlen, berichteten Augenzeugen der Nachrichtenagentur dpa. Sicherheitskräfte hätten mit Tränengas und Schüssen reagiert.

Die Polizei in der Provinz Nord-Kivu teilte mit, bei den Angreifern habe es sich um Kriminelle gehandelt, die die Demonstration für ihre Zwecke ausgenutzt hätten.

Zivilgesellschaftliche Organisationen und die Partei von Präsident Félix Tshisekedi hatten zu der Demonstration in Goma aufgerufen. Hintergrund ist eine Äußerung des kongolesischen Senatspräsidenten Modeste Bahati von Mitte Juli. Er hatte die Uno-Mission Monusco aufgefordert, das Land zu verlassen.

Etwa 130 unterschiedliche bewaffnete Gruppen aktiv

Die Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen ist seit mehr als 20 Jahren im Nordosten des Staates stationiert. In dem zentralafrikanischen Land sollen nach Angaben der USA etwa 130 unterschiedliche bewaffnete Gruppen aktiv sein (lesen Sie hier mehr). Vielen dieser Gruppen geht es um die Kontrolle der wertvollen Bodenschätze des Landes mit seinen rund 90 Millionen Einwohnern, das reich ist an Bodenschätzen wie Kupfer, Kobalt, Gold und Diamanten.

Wie aus dem jährlichen Bericht über Binnenvertreibung der Organisation Internal Displacement Monitoring Centre (IDMC) hervorgeht, sind weltweit so viele Menschen im eigenen Land auf der Flucht wie noch nie, 59 Millionen Menschen waren es im vergangenen Jahr. Sie sehen sich vor allem aufgrund von Naturkatastrophen und Gewalt gezwungen, ihre Heimat zu verlassen.

In dem Land gibt es laut Save the Children im Vergleich zu allen anderen afrikanischen Ländern die meisten Binnenvertriebenen, also Menschen, die innerhalb ihres Landes auf der Flucht sind.

als/dpa
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