Kongo Islamisten befreien Hunderte Häftlinge aus Gefängnis

Bei einem Angriff auf ein Gefängnis im Kongo sind lokalen Behörden zufolge mehr als 900 Häftlinge entkommen. Die Region im Osten des Landes wird seit Jahren von schweren Konflikten erschüttert.
Internationale Einheiten kämpfen in der Region schon seit Jahren mit den Islamisten (Archivbild)

Internationale Einheiten kämpfen in der Region schon seit Jahren mit den Islamisten (Archivbild)

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JOHN WESSELS/ AFP

Bei einem Angriff auf ein Gefängnis in der Stadt Beni in der Demokratischen Republik Kongo sind lokalen Behörden zufolge mehr als 900 Häftlinge entkommen. Der Bürgermeister der Stadt, Modeste Bakwanamaha, geht davon aus, dass die Alliierten Demokratischen Kräfte (ADF), eine ugandisch-kongolesische Terrormiliz, verantwortlich für den Angriff sind, wie er der Nachrichtenagentur Reuters sagte. Mehrere ADF-Kämpfer wurden in dem Gefängnis festgehalten.

In einem Interview mit lokalen Radiosendern sagte Bakwanamaha: "Die Angreifer haben zwei gleichzeitige Angriffe gestartet: Einen gegen das Gefängnis selbst und einen gegen einen nahegelegenen Militärposten." Diesem Doppelangriff seien die Sicherheitskräfte nicht gewachsen gewesen. Mit Schweißgeräten hätten die Angreifer schließlich die Tore der Haftanstalt aufbrechen können.

Rund 110 Häftlinge seien zurückgeblieben, der Rest sei entkommen, sagte Bakwanamaha. Der Bürgermeister rief die Bewohner von Beni auf, die Gefangenen nicht zu schützen. 

Es ist nicht der erste Angriff auf das Gefängnis

Es ist nicht das erste Mal, dass das Kangbayi-Gefängnis in Beni von Islamisten angegriffen wird. Schon im Juni 2017 hatten Kämpfer der kongolesischen Mai-Mai-Miliz das Gefängnis gestürmt und ebenfalls rund 900 Gefangene befreit. Zuletzt waren in dem Gefängnis knapp 1500 Häftlinge untergebracht.

Die Region um die ostkongolesische Stadt Beni gilt seit Jahren als instabil. Mehrere Milizen kämpfen in der Region um die Kontrolle über die reichen Bodenschätze. In der Gegend herrschte zudem zwei Jahre lang ein verheerender Ebola-Ausbruch, der erst im Juni dieses Jahres für beendet erklärt wurde.

bmo/dpa/Reuters
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