Koran in Den Haag zerrissen Türkei bestellt niederländischen Botschafter ein

Ein islamfeindlicher Aktivist hat in Den Haag einen Koran zerrissen. Nun musste der Botschafter des Landes in der Türkei vorstellig werden. Ein ähnlicher Fall sorgt derzeit für Spannungen zwischen Ankara und Stockholm.
Der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu (hier kürzlich in Washington)

Der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu (hier kürzlich in Washington)

Foto: Leah Millis / REUTERS

Der türkische Außenminister hat den niederländischen Botschafter in Ankara einbestellt, nachdem ein islamfeindlicher Aktivist in Den Haag einen Koran zerrissen hatte. Das Außenministerium erklärte, es verurteile »auf das Schärfste diese abscheuliche und niederträchtige Tat« und fordere, dass die Niederlande »solche provokativen Handlungen nicht zulassen«.

Am Sonntag war ein Vertreter des niederländischen Ablegers der islamfeindlichen deutschen Pegida-Bewegung dabei gefilmt worden, wie er allein in der Nähe des niederländischen Parlaments Seiten aus einem Exemplar des Koran riss und anschließend darauf herumtrampelte. Die Polizei hinderte ihn jedoch daran, den Koran zu verbrennen, wie der öffentlich-rechtliche Sender NOS berichtete.

Am Sonntag hatte bereits eine öffentliche Verbrennung des Koran durch den rechtsextremen Politiker Rasmus Paludan vor der türkischen Botschaft in Stockholm für Entrüstung in der Türkei und anderen muslimischen Ländern gesorgt.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan sagte daraufhin am Montag, Schweden könne für seinen angestrebten Nato-Beitritt nun nicht mehr mit der Unterstützung der Türkei rechnen.

aeh/AFP
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