Krieg gegen die Ukraine Erdoğan drängt in Telefonat mit Putin auf Waffenruhe

Der türkische Präsident Erdoğan hat seinen russischen Amtskollegen Putin zu einer Feuerpause in der Ukraine aufgefordert. Der Kremlchef gibt sich dialogbereit – und behauptet weiter, seine Invasion laufe nach Plan.
Russlands Präsident Wladimir Putin (l.) mit seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdoğan im März 2020

Russlands Präsident Wladimir Putin (l.) mit seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdoğan im März 2020

Foto: Pavel Golovkin / Pool / REUTERS

Recep Tayyip Erdoğan will im Krieg zwischen Russland und der Ukraine vermitteln. Nun hat der türkische Staatschef den russischen Präsidenten Wladimir Putin in einem Telefonat zu einer Feuerpause aufgerufen. Er drängte zudem darauf, humanitäre Korridore in den Kriegsgebieten einzurichten und ein Friedensabkommen zu treffen.

Erdoğan habe seinen Aufruf, »den Weg für Frieden gemeinsam zu ebnen«, erneuert, hieß es in einer Mitteilung des türkischen Präsidialamtes. Das Telefonat zwischen den beiden Staatsmännern dauerte den türkischen Angaben zufolge eine Stunde. Erdoğan habe dabei seine Bereitschaft signalisiert, zur friedlichen Lösung des Konflikts beizutragen, hieß es. Erdoğan hatte sich bereits vor Beginn des russischen Einmarschs als Vermittler angeboten. 

Die Türkei hatte – als Hüterin der Meerengen am Bosporus – zuletzt russische Anträge abgewiesen, weitere Kriegsschiffe ins Schwarze Meer zu lassen. Das Land soll laut internationalem Recht Kriegsschiffen von Parteien, die sich im Krieg befinden, die Durchfahrt verwehren. Ausnahmen gelten für Kriegsschiffe auf dem Weg in ihre Heimathäfen. Geregelt sind dieses und weitere Szenarien im 1936 geschlossenen Vertrag von Montreux.

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Putin will Einsatz nur bei Aufgabe der Ukraine beenden

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, zeigte sich Putin nach Angaben seines Präsidialamtes im Gespräch mit Erdoğan dialogbereit. Putin habe gesagt, er sei auch bereit zum Dialog mit ausländischen Partnern. Diese müssten jedoch die neue Realität vor Ort anerkennen.

Jeder Versuch, den Verhandlungsprozess in die Länge zu ziehen, werde scheitern. Der Militäreinsatz in der Ukraine laufe nach Plan, habe Putin erklärt. Der Einsatz werde nur dann beendet, wenn die Ukraine den Kampf einstelle und die Forderungen Russlands erfüllt würden.

fek/Reuters
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