Neues Gesetz Großbritannien sperrt Häfen für russische Schiffe

London reagiert auf Putin: Ab sofort dürfen Schiffe unter russischer Flagge britische Häfen nicht mehr anlaufen. Premier Johnson erklärte derweil, der ukrainische Wunsch nach Aufnahme in die EU sei »einleuchtend«.
Hafen von Dover

Hafen von Dover

Foto: Ben Stansall / AFP

Großbritannien hat alle Seehäfen für Schiffe unter russischer Flagge gesperrt. Das Verbot gelte auch für Schiffe, die in Russland registriert, in russischem Besitz oder von Russen gechartert seien, teilte Verkehrsminister Grant Shapps mit. Ein entsprechendes Gesetz sei verabschiedet worden.

»Wir sind soeben die erste Nation geworden, die ein Gesetz verabschiedet hat, das allen Schiffen, die in irgendeiner Weise mit Russland in Verbindung stehen, das Einlaufen in britische Häfen verbietet«, schrieb Shapps auf Twitter.

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Premierminister Boris Johnson teilte derweil bei einem Besuch in Polen mit, er halte den Wunsch der Ukraine für eine EU-Mitgliedschaft für »einleuchtend«. Russlands Präsident Wladimir Putin könne nicht länger als valider Gesprächspartner angesehen werden, sagt Johnson in Warschau auf eine Frage nach möglichen Kompromissen zwischen Russland und der Ukraine.

Johnson kündigte eine weitreichende Aufnahme von Flüchtlingen aus der Ukraine an. »Wir sind natürlich bereit, zusammenzuarbeiten und in unserem eigenen Land ukrainische Flüchtlinge in beachtlicher Zahl aufzunehmen, wie wir es immer getan haben und immer tun werden«, sagte Johnson bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem polnischen Amtskollegen Mateusz Morawiecki. Offen blieb, wie viele Flüchtlinge Großbritannien aufzunehmen bereit wäre.

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Die britische Regierung war zuvor unter Druck geraten, weil sie sich – anders als etwa die EU – bislang mit großzügigen Aufnahmeangeboten für Ukrainerinnen und Ukrainer zurückgehalten hatte. Eine harsche, restriktive Einwanderungspolitik war eines der zentralen Brexit-Versprechen und damit ein Markenkern von Johnsons konservativer Regierung. Doch derzeit zeigt sich auch in der britischen Bevölkerung eine große Solidarität mit der Ukraine.

als/Reuters