Angeblicher ukrainischer Hack Russisches Onlinemedium löscht Meldung über hohe Zahl gefallener Soldaten

Ein russisches Onlinemedium spricht in einem Post von mehr als 13.000 in der Ukraine gefallenen Soldaten. Kurz darauf entfernt das Portal die Meldung wieder – und behauptet, Opfer eines ukrainischen Hacks geworden zu sein.
Russische Soldaten bei einer Parade auf dem Roten Platz in Moskau Anfang April

Russische Soldaten bei einer Parade auf dem Roten Platz in Moskau Anfang April

Foto: IMAGO/Sergei Fadeichev / IMAGO/ITAR-TASS

Im Angriffskrieg in der Ukraine sollen weit mehr russische Soldaten gestorben sein, als das russische Verteidigungsministerium bisher öffentlich zugibt. Auf der Seite des kremlnahen Onlinemediums »Readovka« beim sozialen Netzwerk VKontakte erschien am Freitag ein Post  (archivierte Version). Darin hieß es, inzwischen seien 13.414 russische Soldaten gefallen, 7000 weitere Militärangehörige vermisst. Die Informationen stammten demnach aus einem nicht öffentlichen Briefing des russischen Verteidigungsministeriums.

Der Post des russischen Onlinemediums wurde inzwischen gelöscht, anschließend veröffentlichte es ein Statement, man sei von ukrainischer Seite gehackt worden. »Readovka« hat auf VKontakte mehr als 410.000, auf Telegram mehr als 990.000 Abonnenten.

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Die Zahl der gefallenen Soldaten aus der gelöschten Meldung liegt um ein Vielfaches über Russlands offiziellen Angaben zu eigenen Verlusten im Ukrainekrieg. Am 25. März hatte das Regime in Moskau zuletzt Zahlen getöteter Armeeangehöriger veröffentlicht, es sprach damals von 1351 gefallenen russischen Soldaten in der Ukraine. Seitdem wurden keine weiteren Zahlen veröffentlicht.

Die inzwischen gelöschte Meldung enthielt zudem Zahlen zum gesunkenen Flaggschiff »Moskwa« der russischen Schwarzmeerflotte: Demnach seien 116 Matrosen ums Leben gekommen, mehr als 100 weitere gelten als vermisst.

Der Vorfall erinnert an eine ähnliche Begebenheit aus dem März. Damals hatte die kremlnahe Zeitung »Komsomolskaja Prawda« hohe Zahlen angeblich in der Ukraine getöteter Russen gemeldet – und später wieder gelöscht. Auch damals waren die zwischenzeitlich publizierten Zahlen deutlich höher als die offiziell von Moskau genannten. Die Zeitung sprach danach ebenfalls von einem Hack.

ktz
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