Kriegsverbrechen Videos zeigen, wie Russen Zivilisten erschießen

Überwachungskameras haben aufgenommen, wie russische Soldaten offenbar zwei unbewaffnete Ukrainer töten. In der Ukraine wird der Fall nun als Kriegsverbrechen untersucht.

Während des Angriffskriegs auf die Ukraine haben russische Soldaten Tausende Zivilisten getötet. Nun ist ein weiterer Fall bekannt geworden: Videoaufnahmen einer Überwachungskamera, die die BBC  und CNN veröffentlicht haben , zeigen offenbar, wie russische Soldaten zwei unbewaffnete Ukrainer erschießen. Die Ukraine untersucht das Kriegsverbrechen.

Die Aufnahmen stammen vom 16. März. Auf ihnen ist zu sehen, wie mehrere Russen in einem Lieferwagen am Tor eines Autohauses in der Nähe von Kiew ankommen. Sie tragen russische Militäruniformen und nähern sich mit erhobenen Waffen, die Finger am Abzug.

Ein 65-jähriger Wachmann namens Leonid Pliats geht mit erhobenen Händen auf die Soldaten zu, um zu zeigen, dass er unbewaffnet ist und keine Bedrohung darstellt. Beide Seiten unterhalten sich, rauchen sogar zusammen. Danach ziehen die Russen wieder ab, der Wachmann dreht sich um.

Später kommen die Soldaten zurück und schießen dem Wachmann und seinem Chef in den Rücken. Während der Chef sofort stirbt, schleppt sich Wachmann Pliats noch in ein Büro und kann dort mit einem Freund telefonieren. Er soll seinem Freund erzählt haben, die Russen hätten ihm gesagt, sie würden keine Zivilisten töten – und hätten dann dennoch auf ihn geschossen.

»Sie haben einen 65-Jährigen getötet. Wozu?«

Die Russen dringen daraufhin gewaltsam in die Räumlichkeiten ein, trinken Schnaps, plündern. Das Gesicht eines der Soldaten ist auf den Kameras deutlich zu sehen. Es dauert eine Weile, bis die Soldaten bemerken, dass sie gefilmt werden und die Sicherheitskameras zerstören.

»Mein Vater war überhaupt kein Soldat. Er war ein Rentner. Sie haben einen 65-Jährigen getötet. Wozu?«, sagte Pliats Tochter, Julia Androschtschuk, der BBC. Sie hofft, dass das Verbrechen gegen ihren Vater irgendwann aufgeklärt werden kann. Bis dahin will sie, dass bekannt wird, was ihrem Vater angetan wurde.

mfh