Krieg in der Ukraine Welternährungsprogramm besorgt über Versorgungslage in der Bevölkerung

Essen und sauberes Wasser werden durch die andauernden Kämpfe in der Ukraine knapp, so das WFP. Die Lage für Helfende sei unübersichtlich. Der Krieg könnte Lebensmittelpreise weltweit massiv in die Höhe treiben.
Flüchtlinge finden Ende Februar in dieser Schule in Ubla in der Slowakei Schutz, ein Junge verteilt Hygieneartikel

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Foto: MARTIN DIVISEK / EPA
Globale Gesellschaft

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Das Welternährungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen äußert sich besorgt über die Versorgungslage der Zivilbevölkerung in der Ukraine. »Die Lage für die Menschen in der Ukraine hat sich durch die erbitterten Kämpfe dramatisch zugespitzt«, sagt Martin Frick, Direktor des WFP in Deutschland, der Funke Mediengruppe.

Die Priorität der Uno-Organisation sei es jetzt, Versorgungswege nach Kiew und in die Epizentren des Konflikts zu etablieren, bevor die Kämpfe weiter eskalieren. Es sei ein Wettlauf gegen die Zeit.

Kampfhandlungen machen Situation für Helfende unübersichtlich

Die Menschen würden in Kellern ausharren und könnten nur unter größter Gefahr Besorgungen machen. Auf seiner Webseite  teilt das WFP mit, gerade aus Kiew und Charkiw gebe es Berichte, dass Nahrungsmittel ausgehen und Trinkwasser knapp wird. Das WFP baue seine Präsenz in der ganzen Region aus.

Ein internationales Team sei bereits in der Ukraine und den Nachbarstaaten, um Hilfe zu koordinieren, Nahrungsmitteln ins Land zu bringen und Flüchtlinge zu unterstützen, die über die Grenzen kommen.

Die Kampfhandlungen in der Ukraine machten die Situation demnach aber auch für Helfende schwierig bis unübersichtlich.

Russland und die Ukraine seien für 29 Prozent des weltweiten Weizenhandels verantwortlich. Jede ernsthafte Unterbrechung der Produktion und der Exporte aus der Region könne, so das WFP, die Lebensmittelpreise über ihr derzeitiges Zehnjahreshoch hinaus treiben. Dies würde die Ernährungssicherheit von Millionen von Menschen beeinträchtigen, insbesondere dort, wo aufgrund der hohen Lebensmittelinflation die Preise sowieso schon stark gestiegen sind.

»Dies ist nicht nur eine Krise innerhalb der Ukraine. Sie wird sich auf die Versorgungsketten auswirken, insbesondere auf die Kosten für Lebensmittel«

WFP-Direktor David Beasley

»Dies ist nicht nur eine Krise innerhalb der Ukraine. Sie wird sich auf die Versorgungsketten auswirken, insbesondere auf die Kosten für Lebensmittel«, warnte WFP-Direktor David Beasley. »Wir haben es mit einer Preiserhöhung zu tun, die uns monatlich zwischen 60 und 75 Millionen Dollar mehr an Betriebskosten kosten wird. Und das bedeutet, dass mehr Menschen hungrig zu Bett gehen werden«.

Dieser Beitrag gehört zum Projekt Globale Gesellschaft

Unter dem Titel »Globale Gesellschaft« berichten Reporterinnen und Reporter aus Asien, Afrika, Lateinamerika und Europa – über Ungerechtigkeiten in einer globalisierten Welt, gesellschaftspolitische Herausforderungen und nachhaltige Entwicklung. Die Reportagen, Analysen, Fotostrecken, Videos und Podcasts erscheinen in einer eigenen Sektion im Auslandsressort des SPIEGEL. Das Projekt ist langfristig angelegt und wird von der Bill & Melinda Gates Foundation (BMGF) unterstützt.

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mst/dpa
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