Krieg in Libyen Warlord Haftar und Regierung in Tripolis akzeptieren Waffenruhe

In Libyen ruhen die Waffen: Sowohl die Regierung in Tripolis als auch die Haftar-Milizen haben einer von Russland und der Türkei vorgeschlagenen Feuerpause zugestimmt.
Warlord Haftar: Feuerpause doch noch akzeptiert (Archivbild vom Mai 2017)

Warlord Haftar: Feuerpause doch noch akzeptiert (Archivbild vom Mai 2017)

Foto: ESAM OMRAN AL-FETORI/ REUTERS

Der libysche General Khalifa Haftar hat eine von Russland und der Türkei geforderte Waffenruhe akzeptiert. Diese sei am frühen Sonntagmorgen um eine Minute nach Mitternacht Ortszeit wirksam geworden, teilte Haftars sogenannte Libysche Nationalarmee (LNA) mit.

Noch vor Kurzem hatte Haftar erklärt, die Offensive auf die Hauptstadt Tripolis fortsetzen zu wollen und dies damit begründet, ein ziviler Staat könne nur errichtet werden, wenn die "terroristischen Gruppen" völlig zerstört würden. In dem nordafrikanischen Land tobt seit dem Sturz von Langzeitherrscher Muammar Gaddafi 2011 ein Bürgerkrieg. Haftars Streitkräfte kämpfen seit April um Tripolis und hatten ihren Kampf in den vergangenen Wochen intensiviert.

Ihnen gegenüber steht die international anerkannte Regierung in Tripolis. Auch diese stimmte der Feuerpause zu. Regierungschef Fayez Sarraj teilte mit, die Waffenruhe gelte seit Mitternacht. Seine Truppen hätten jedoch das Recht, auf "jeden Angriff" zu antworten, "der aus dem gegnerischen Lager kommen könnte".

Aus LNA-Kreisen verlautete, die Waffenruhe im Westen des Landes, wo sich auch Tripolis befindet, sei in den ersten Stunden nach Eintreten nicht verletzt worden. Ein Sprecher der Haftar-Truppen hatte zuvor eine "harsche Antwort" für den Fall angekündigt, dass die andere Seite den Waffenstillstand verletze.

Putin und Erdogan hatten Waffenruhe gefordert

Die Türkei und Russland hatten zuletzt eine Waffenruhe in Libyen gefordert. Die Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und Wladimir Putin riefen dazu auf, diese solle in der Nacht auf Sonntag in Kraft treten. Russland unterstützt - wie auch Ägypten und die Vereinigten Arabischen Emirate - in dem Konflikt Haftar, die Türkei die Regierung in Tripolis. Ankara hatte trotz internationaler Kritik beschlossen, eigene Truppen in das nordafrikanische Land zu schicken.

Deutschland bemüht sich seit Monaten um eine politische Lösung für den Konflikt. Mit einer internationalen Konferenz in Berlin wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Putin eine Friedenslösung für das Bürgerkriegsland erreichen. Russland werde die deutsche Initiative unterstützen, hatte der russische Präsident bei einem Treffen mit Merkel im Kreml in Moskau gesagt.

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Die Uno-Mission in Libyen begrüßte die Waffenruhe und rief die Konfliktparteien auf, an dieser festzuhalten.

Der italienische Regierungschef Giuseppe Conte twitterte, die Truppen Haftars hätten den Waffenstillstand akzeptiert. Dies sei ein erster Schritt auf dem Weg zu einer politischen Lösung. "Es sind noch weite Strecken zu gehen, aber die Richtung stimmt." Conte hatte Haftar Mitte der Woche in Rom empfangen. Am Samstag sprach er ebenfalls in Rom lange mit Regierungschef Sarraj.

asa/dpa/AFP