Invasion in der Ostukraine Trump hält Putins Vorgehen für »genial«

»Wie schlau ist das?« Der frühere US-Präsident Donald Trump hat in einem Interview Bewunderung für Russlands Anerkennung der ostukrainischen Separatistengebiete ausgedrückt. Zudem zog er eine bizarre Parallele zur US-Südgrenze.
Ex-US-Präsident Trump (Foto vom 29. Januar):

Ex-US-Präsident Trump (Foto vom 29. Januar):

Foto: GO NAKAMURA / REUTERS

Donald Trump macht aus seiner Wertschätzung für den russischen Präsidenten Wladimir Putin und dessen militärisches Vorgehen im Osten der Ukraine keinen Hehl. »Das ist ein sehr schlauer Kerl«, sagte der frühere US-Präsident in einem Interview  mit den konservativen Radiomoderatoren Clay Travis und Buck Sexton über Putin. »Ich kenne ihn sehr gut. Sehr, sehr gut«, prahlte Trump.

Der Ex-Präsident sagte weiter, er habe im Fernsehen davon erfahren, dass Russland die Separatistengebiete im Osten der Ukraine anerkenne und gesagt: »Das ist genial«. Putin habe die Gebiete für unabhängig erklärt und werde jetzt als Friedenshüter auftreten, so Trump: »Wie schlau ist das?«

In einem von vielen konfusen Einschüben ergänzte Trump, offenbar in Bezug auf die von Russland als »Friedenstruppen« bezeichneten, in die Ostukraine entsandten Armeeverbände, dies könne man auch an der Südgrenze der USA gut gebrauchen.

Trump behauptete zudem, zu der Eskalation in der Ostukraine wäre es mit ihm als Präsident nicht gekommen. Der Regierung von Amtsinhaber Joe Biden warf er vor, keine Antwort auf die Lage in der Region zu haben. »Nein, es ist sehr traurig. Sehr traurig«.

Biden kündigt zahlreiche Sanktionen an

Das Weiße Haus hatte die Entsendung russischer Truppen in die von prorussischen Separatisten besetzten ostukrainischen Gebiete am Dienstag als »Beginn einer Invasion« bezeichnet und umfassende Sanktionen angekündigt. Die Strafmaßnahmen werden sich demnach gegen zwei große Banken, gegen den Handel mit russischen Staatsanleihen und gegen Unterstützer des russischen Präsidenten Wladimir Putin richten, verkündete Biden.

Außerdem werde die russische Regierung in einem ersten Schritt von »westlicher Finanzierung« abgeschnitten, so der amtierende US-Präsident. Auch Mitglieder der russischen Elite würden sanktioniert.

DER SPIEGEL

»Wenn sie ernst gemeint ist«, seien die USA und ihre Verbündeten auch weiterhin offen für Diplomatie. Dazu, ob er noch immer bereit sei, Putin persönlich zu treffen, äußerte sich Biden nicht. Einem möglichen Treffen hatte er am Wochenende unter der Bedingung zugestimmt, dass Russland vorher nicht in die Ukraine einmarschiert.

fek