Krisenprognose 2021 Die zehn gefährlichsten Konflikte der Welt

Afghanistan, der Jemen, Syrien: Im neuen Jahr könnte die Lage in zahlreichen Krisenregionen eskalieren. Eine international renommierte Organisation schlägt mit einer düsteren Vorhersage Alarm.
Soldat der Huthi-Rebellen im Jemen mit Maschinengewehr

Soldat der Huthi-Rebellen im Jemen mit Maschinengewehr

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Mohammed Huwais/ AFP

Neben der Coronakrise dürften mehrere gefährliche Konflikte die Welt im Jahr 2021 beschäftigen. Die International Crisis Group (ICG) nennt zehn Krisenherde , die es zu beobachten gelte. Die ICG ist auf die Lösung internationaler Konflikte und Friedensstiftung spezialisiert.

An erster Stelle der Krisenherde stehe Afghanistan, das versuche, mit den einst herrschenden islamistisch-militanten Taliban Frieden zu schließen. An zweiter Stelle nennt die Organisation den jüngst ausgebrochenen Konflikt in der Region Tigray in Äthiopien, wo Frieden nur mit einem Dialog zur Überwindung ethnischer Spannungen erreicht werden könne.

Dschihadisten in der Sahelzone

In der Sahelzone (Rang 3) südlich der Sahara hätten Dschihadisten ethnische Spannungen genutzt, um sich auszubreiten. Venezuela (Rang 4) brauche angesichts des wirtschaftlichen Zerfalls dringend einen gut organisierten Machtwechsel. Der angestrebte Frieden in Libyen (Rang 5) werde erschwert, weil ausländische Kräfte den Bürgerkrieg befeuerten. In Somalia (Rang 6) stiegen nach einem jahrelangen Kampf gegen die islamistische Schabab-Miliz regionale Spannungen, geplante Wahlen könnten Konflikte schüren.

Im Jemen (Rang 7) sei ein neuer Anlauf für Friedensgespräche zwischen der Regierung von Präsident Hadi und den Huthi-Rebellen nötig, die das Land 2014 überrannt hatten.

An achter Stelle nennt die ICG den Konflikt zwischen den USA und Iran. Der Sanktionsdruck der USA sei gescheitert, Iran horte Atommaterial und habe sein Raketenprogramm verbessert. Die Organisation ruft den nächsten US-Präsidenten Joe Biden auf, dem Atomabkommen von 2015 zwischen Iran und den fünf UN-Vetomächten sowie Deutschland wieder beizutreten.

Russland und die Türkei (Rang 9) stünden in vielen Konflikten auf gegnerischen Seiten, etwa in Libyen und Syrien, oder kämpften gegeneinander um Einfluss, etwa im Kaukasus. Bislang hätten sie sich immer noch verständigt, aber ein größerer Streit könne viele Konflikte verschärfen.

Auf dem zehnten Rang nennt die Crisis Group den Klimawandel, der Konflikte verschärfe. Reiche Länder müssten die versprochenen 100 Milliarden Dollar aufbringen, um besonders betroffenen Ländern zu helfen.

sms/dpa
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