Gebietsstreit mit Japan Russland schickt Abwehrraketen auf unbewohnte Pazifikinsel

Russland und Japan streiten um die südlichen Kurileninseln im Pazifik. Aufnahmen des Verteidigungsministeriums in Moskau zeigen nun die Ankunft von Abwehrraketen auf der umstrittenen Vulkaninsel Matua.
Ankunft auf Matua: Ein vom russischen Verteidigungsministerium veröffentlichtes Foto zeigt einen Bastion-Raketenwerfer

Ankunft auf Matua: Ein vom russischen Verteidigungsministerium veröffentlichtes Foto zeigt einen Bastion-Raketenwerfer

Foto: Russian Defense Ministry Press / dpa

Seit Jahrzehnten liefern sich Japan und Russland einen Territorialstreit um die Inselkette der Kurilen im Pazifik. Mit einem Video hat das russische Verteidigungsministerium seine Gebietsansprüche nun untermauert. Das veröffentlichte Material zeigt die Ankunft eines Raketenabwehrsystems auf der Insel Matua.

Der Kurilen-Archipel zwischen der russischen Kamtschatka-Halbinsel und der japanischen Insel Hokkaido fiel nach dem Zweiten Weltkrieg an die Sowjetunion und gehört heute zu Russland. Die Regierung in Tokio beansprucht seit Jahrzehnten den südlichen Teil der Inselgruppe. Dazu gehört auch die unbewohnte Vulkaninsel Matua. Der Konflikt um die Inseln hält Tokio und Moskau bis heute davon ab, einen Friedensvertrag zu unterschreiben, um offiziell das Ende des Zweiten Weltkriegs zu besiegeln.

Militärische Präsenz zunehmend ausgebaut

In den vergangenen Jahren hat Moskau zunehmend versucht, seine militärische Präsenz auf den Inseln auszubauen. 2016 stationierte Russland bereits Raketenabwehrsysteme auf zwei der vier südlichsten Kurilen-Inseln. In den Folgejahren errichtete Moskau auf der Insel Iturup einen Luftwaffenstützpunkt, auf dem Kampfjets stationiert wurden.

Das nun vom russischen Verteidigungsministerium veröffentlichte Video zeigt, Raketenträger, die ein amphibische Landungsschiff verlassen und anschließend die Küste entlangfahren. Wie Moskau mitteilte, sollen nun Übungen auf der Insel stattfinden. Geplant sei zudem der Bau von Personalunterkünften und Hangars für die Fahrzeuge sowie der Ausbau weiterer Infrastruktur auf der Insel. Wie der britische »Guardian« berichtet , ist der Bastion-Raketenwerfer in der Lage, Seeziele aus einer Entfernung von bis zu 500 Kilometern zu treffen.

Russland habe das souveräne Recht, seine Streitkräfte überall auf dem eigenen Territorium einzusetzen, wo es für notwendig erachtet werde, hieß es dem »Guardian« zufolge aus dem Kreml. Russland schätze die Beziehungen zu Japan und bemühe sich weiterhin um eine Einigung.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels hieß es, die Aufnahmen des russischen Verteidigungsministeriums würden amphibische Fahrzeuge zeigen, die einen Raketenträger verlassen und anschließend die Küste entlangfahren. Allerdings ist es andersrum. Wir haben die Stelle angepasst.

asc/Reuters
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