Lesbos Festnahmen bei Demo gegen Bau von Flüchtlingslager

Die Inselbewohner auf Lesbos wehren sich gegen die Errichtung eines neuen Flüchtlingslagers. Wegen Protesten hat die Polizei nun mehrere Personen festgenommen.
Flüchtlingslager auf Lesbos (Archivbild)

Flüchtlingslager auf Lesbos (Archivbild)

Foto: VANGELIS PAPANTONIS / EPA-EFE

Demonstranten haben auf der griechischen Insel Lesbos versucht, den Bau eines neuen Lagers für Geflüchtete zu stoppen. Wie am Dienstag bekannt wurde, musste die Polizei rund 500 Demonstranten daran hindern, den Ort Vastria zu erreichen, wo das Auffanglager entstehen soll. Bei den Protesten habe es am Montag mehrere Festnahmen gegeben, hieß es im staatlichen Rundfunk.

»Alle Lager auf den Inseln sollen schließen«, skandierten die Demonstranten demnach. Den Berichten zufolge durchbrachen sie an einer Stelle eine Polizeisperre und setzten den Lastwagen einer Baufirma in Brand. Viele Inselbewohner in der östlichen Ägäis wehren sich seit Langem gegen die Errichtung neuer Flüchtlingslager, die auch mit EU-Mitteln finanziert werden. Auf Samos, Leros und Kos sind die Anlagen bereits fertiggestellt.

Sie sollen den Migranten menschenwürdige Lebensbedingungen bieten, werden aber von Hilfsorganisationen als Gefängnisse kritisiert. Die Lager liegen weitab der Zivilisation, die Bewohner dürfen sie nur zu bestimmten Uhrzeiten verlassen.

Mit der Fertigstellung des Lagers auf Lesbos wird nicht vor Herbst gerechnet. Rund 1700 Migranten leben dort derzeit noch im Übergangslager Kara Tepe, das nach dem Großbrand des berüchtigten Lagers Moria im September 2020 quasi über Nacht aus dem Boden gestampft wurde.

til/dpa