Angriffe auf Banken Arabische Liga warnt vor Eskalation im Libanon

Aus Wut über die schlechte Wirtschaftslage setzten Demonstranten Banken im Libanon in Brand. Die Arabische Liga sieht die Lage im Krisenstaat sehr kritisch.
Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei in Beirut

Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei in Beirut

Foto: Hussein Malla/ AP

Der Libanon erlebt zurzeit eine der schwersten Wirtschafts- und Finanzkrisen seiner Geschichte. Das libanesische Pfund hat auf dem Schwarzmarkt im Vergleich zum US-Dollar mehr als die Hälfte seines Werts verloren. Dem Land droht der Staatsbankrott.

Aus Wut darüber hatten Demonstranten in dieser Woche Banken angegriffen und mehrere Filialen in Brand gesetzt. Die Arabische Liga warnt jetzt vor einer Verschärfung der Krise. Die Lage sei sehr kritisch und könnte schnell außer Kontrolle geraten, sagte Hussam Saki, der stellvertretende Generalsekretär der Staatengemeinschaft. Die Hoffnungen lägen vor allem auf der Klugheit des Militärs und der Sicherheitskräfte.

Bei Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften kam in der nordlibanesischen Stadt Tripoli ein 26 Jahre alter Mann ums Leben. Die Armee wiederum teilte am Mittwoch mit, bei den gewaltsamen Protesten am Vortag seien 79 Soldaten verletzt worden.

Die Corona-Pandemie verschärft die Lage im Land noch. Viele Libanesen klagen, sie könnten wegen stark gestiegener Preise ihre Familien nicht mehr ernähren. Bereits im Oktober hatten Massendemonstrationen gegen die politische Elite und die weit verbreitete Korruption begonnen (lesen Sie hier eine Analyse).

Regierung und Zentralbank machen sich gegenseitig für den Verfall der Lira verantwortlich. Zentralbankchef Riad Salamah wies am Mittwoch in einer Fernsehansprache Kritik an seiner Arbeit zurück und erklärte, er habe alle Mittel eingesetzt, um die Währung zu stabilisieren.

als/dpa
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