Vorfall mit Militärschiffen Frankreich wirft Türkei Aggression im Mittelmeer vor

Im Libyenkonflikt stehen Frankreich und die Türkei auf unterschiedlichen Seiten. Nun sollen türkische Schiffe eine französische Fregatte im Mittelmeer anvisiert haben, die ein Frachtschiff inspizierte.
Eine türkische Fregatte eskortiert ein Übungsschiff im östlichen Mittelmeer (Symbolbild)

Eine türkische Fregatte eskortiert ein Übungsschiff im östlichen Mittelmeer (Symbolbild)

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Murad Sezer/ REUTERS

Ärger unter Nato-Partnern: Frankreich wirft der Türkei ein "extrem aggressives" Vorgehen gegen ein französisches Militärschiff im Mittelmeer vor. Verteidigungsministerin Florence Parly habe den "sehr schwerwiegenden" Vorfall am Mittwoch bei der Videokonferenz mit ihren Nato-Kollegen deutlich angesprochen, teilte ihr Ministerium mit.

Frankreichs Angaben zufolge hatten sich türkische Schiffe kürzlich der französischen Fregatte genähert, als diese im Rahmen des Nato-Einsatzes zur Überwachung des Waffenembargos gegen Libyen ein Frachtschiff inspizierte. Die türkischen Schiffe hätten dabei die Fregatte drei Mal mit dem Feuerleitradar angestrahlt. Solche Radarsysteme dienen der Lenkung von Geschossen.

Frankreich wirft der Türkei zudem vor, das Uno-Embargo gegen Waffenlieferungen an Libyen zu verletzen. Die Türkei hatte bei der Berliner Libyen-Konferenz im Januar ebenso wie andere in den Bürgerkrieg verwickelte Staaten zugesichert, das Embargo zu respektieren, um so eine Beilegung des Konflikts zu erleichtern.

Türkei und Frankreich stützen je eine Konfliktpartei

Ankara unterstützt im libyschen Bürgerkrieg die von den Vereinten Nationen anerkannte Einheitsregierung von Fajis al-Sarradsch. Durch ihre Militärunterstützung für eine von der Einheitsregierung geführte Offensive gegen die Truppen des Generals Chalifa Haftar gefährde die Türkei die Bemühungen, rasch eine Waffenruhe in dem nordafrikanischen Land zu erreichen, kritisierte die französische Regierung. Sie steht in dem Konflikt auf Haftars Seite.

Durch die jüngste Offensive ist es der Einheitsregierung gelungen, die Haftar-Truppen aus dem Westen des Landes zu verdrängen. Derzeit versucht eine ägyptische Friedensinitiative, beide Seiten zu einer Waffenruhe zu bewegen. Dies lehnte die Einheitsregierung in Tripolis jedoch zuletzt ab.

In Libyen herrscht seit dem gewaltsamen Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 Chaos. Ein Großteil des Ostens und Südens des Landes wird vom abtrünnigen General Haftar kontrolliert.

Seit Beginn eines Vorrückens der Haftar-Truppen auf Tripolis vor mehr als einem Jahr wurden Hunderte Menschen getötet und rund 200.000 Menschen in die Flucht getrieben.

mes/AFP
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