Auf dem Weg nach Europa Libysche Küstenwache fängt offenbar fast tausend Flüchtlinge ab

Innerhalb von zwei Tagen soll die Küstenwache Libyens zahlreiche Menschen an ihrer Flucht nach Europa gehindert haben. Freiwillige Helfer bargen Dutzende aus dem Mittelmeer.
Flüchtlinge vor der libyschen Küste (Archivbild)

Flüchtlinge vor der libyschen Küste (Archivbild)

Foto: Olmo Calvo/ AP

Die libysche Küstenwache hat in den vergangenen 48 Stunden fast tausend Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa abgefangen und nach Libyen zurückgebracht. Das berichtet das libysche Büro der Internationalen Organisation für Migration. Demnach wurden die Menschen vor der Westküste des Landes festgehalten, von wo sie mit Booten nach Europa flüchten wollten.

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Etwa tausend Männer, Frauen und Kinder hätten versucht, aus Libyen zu fliehen »und wurden schließlich unter entsetzlichen Bedingungen festgehalten«, sagte IOM-Sprecherin Safa Msehli. Die Organisation erklärte, IOM-Teams seien vor Ort gewesen, um notwendige Hilfe für die Flüchtlinge zu leisten.

Freiwillige Helfer der Organisation Open Arms teilten derweil mit, binnen einem Tag Dutzende Menschen aus dem Mittelmeer geborgen zu haben. Insgesamt befänden sich 219 Menschen an Bord der »Open Arms«, teilte die Organisation am Montag auf Twitter mit. Darunter seien mehr als 50 Minderjährige und zwei schwangere Frauen.

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Retter nahmen am Samstag 40 Menschen an Bord

Die Retter der spanischen Organisation hatten am vergangenen Samstag knapp 40 Geflüchtete im zentralen Mittelmeer an Bord genommen. Zwei Tage zuvor waren die Helfer vom Hafen der sizilianischen Stadt Syrakus aus zu ihrer 82. Mission aufgebrochen.

Derzeit fahren mehrere Organisationen immer wieder ins zentrale Mittelmeer hinaus, um Migranten in meist kleinen Booten zu Hilfe zu kommen. Oft treten die Menschen von der Küste Libyens aus die gefährliche Reise über das Meer an. Nach Angaben des italienischen Innenministeriums kamen in diesem Jahr bereits mehr als 6400 Flüchtlinge in Booten in Italien an. Im Vorjahr waren es zum selben Zeitpunkt knapp 2800.

Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration starben im vergangenen Jahr mindestens 1200 Menschen bei dem Versuch, auf oftmals seeuntauglichen Booten über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen. Libyen ist eine der Haupttransitrouten für Asylsuchende. Zahlreiche Flüchtlinge werden jedoch abgefangen und zurück in das nordafrikanische Land gebracht, in dem seit dem gewaltsamen Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 Chaos herrscht.

Menschenrechtsorganisationen prangern die Rückführung von auf dem Meer abgefangenen Migranten nach Libyen an. Sie beklagen unter anderem die katastrophalen Zustände in libyschen Flüchtlingslagern sowie die Inhaftierung von Migranten in irregulären Gefängnissen.

ptz/AFP/dpa
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