Libysche Küste Mindestens 57 Tote bei Schiffsunglück

Erneut sind Dutzende Migranten vor der Küste Libyens ertrunken, nur wenige konnten gerettet werden. Es ist bereits das zweite derartige Unglück innerhalb einer Woche.
Migranten werden vergangene Woche von einem Schiff der libyschen Küstenwache zurück an Land gebracht. Zuvor waren 20 Menschen von Bord gegangen und ertrunken

Migranten werden vergangene Woche von einem Schiff der libyschen Küstenwache zurück an Land gebracht. Zuvor waren 20 Menschen von Bord gegangen und ertrunken

Foto: - / dpa

Mindestens 57 Migranten sind nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) bei einem Schiffsunglück vor der libyschen Küste im Mittelmeer ertrunken. Überlebende hätten gesagt, dass unter den Toten mindestens 20 Frauen und zwei Kinder seien, schrieb eine IOM-Sprecherin am Montag auf Twitter. Wie viele Menschen das Unglück überlebten, sagte sie nicht. Der offizielle Twitteraccount der IOM in Libyen erklärte, die Tragödie unterstreiche die Notwendigkeit staatlicher Rettungs-Kapazitäten auf »dieser gefährlichen Route«.

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18 Migranten konnten den Angaben zufolge gerettet werden und wurden von Fischern und der Küstenwache an Land gebracht. Die Überlebenden, die aus Nigeria, Ghana und Gambia stammen, berichteten, das Boot habe wegen eines Motorschadens angehalten und sei dann wegen des schlechten Wetters gekentert.

Libyen ist ein wichtiges Transitland für Migranten, die versuchen, nach Europa zu gelangen. Erst am Mittwoch vergangener Woche waren vor der Küste des nordafrikanischen Landes rund 20 Migranten bei dem Versuch einer Überfahrt nach Europa ertrunken. Immer wieder sterben Migranten auf dem Weg über das Mittelmeer – meistens, weil ihre untauglichen Boote in Seenot geraten.

Der Menschenrechtsorganisation Amnesty International zufolge werden Migranten in Libyen in Internierungslagern ausgehungert, gefoltert und ausgebeutet. Die von der EU unterstützte libysche Küstenwache fing zwischen Januar und Juni dieses Jahres rund 15.000 Menschen auf See ab und brachte sie zurück in das nordafrikanische Bürgerkriegsland.

nek/dpa
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