Verhandlungen in Genf Waffenstillstand in Libyen beschlossen

Hoffnung auf Frieden in Libyen: Die beiden Gegner im Bürgerkrieg haben nach Angaben der Uno in Genf ein Abkommen über einen Waffenstillstand unterzeichnet.
Soldaten der Regierung von Sarraj (Archivaufnahme)

Soldaten der Regierung von Sarraj (Archivaufnahme)

Foto: Hamza Turkia / imago images/Xinhua

Seit dem Sturz von Machthaber Muammar al-Gaddafi im Jahre 2011 tobt in Libyen ein Bürgerkrieg, jetzt könnte es womöglich endlich Frieden in dem nordafrikanischen Krisenland geben: Die beiden Gegner im Bürgerkrieg einigten sich auf einen Waffenstillstand.

Der Moment werde in die Geschichte eingehen, sagte die amtierende Uno-Beauftragte Stephanie Williams unmittelbar nach der Unterzeichnung einer entsprechenden Vereinbarung in Genf.

Militärvertreter des Ministerpräsidenten Fayez Sarraj und des Generals Khalifa Haftar waren seit Montag in der Schweiz, um politische Gespräche über die Zukunft Libyens vorzubereiten. Diese Gespräche sollen im November in Tunesien beginnen. An den Genfer Gesprächen waren je fünf Militärvertreter beider Seiten beteiligt. Deshalb hießen die Gespräche 5+5. Das Format war bei der Berliner Libyen-Konferenz im Januar vereinbart worden.

Die Unterhändler hatten sich in den vergangenen Tagen bereits auf Modalitäten für die Ölförderung geeinigt, um die Produktion wieder ausweiten zu können. Zudem gab es eine Einigung auf die Öffnung von Straßen und Flugverbindungen zwischen den Regionen. Sie wollen zudem gegen Leute vorgehen, die auf sozialen Medien Hassreden verbreiten und Konflikte anheizen.

Williams hatte die Präsenz ausländischer Milizionäre verurteilt. "Der Umfang der ausländischen Intervention ist inakzeptabel", sagte sie. "Diese Länder müssen ihre Finger von Libyen lassen." Sie hatte Anfang der Woche beton, dass ausländische Kämpfer innerhalb von 90 Tagen unter Uno-Aufsicht das Land verlassen müssten, sobald ein Waffenstillstand erreicht sei.

Die international anerkannte Regierung von Sarraj mit Sitz in der Hauptstadt Tripolis kämpft seit Jahren gegen Haftar und ein Gegenparlament in Tobruk im Osten Libyens um die Macht. Auch innerhalb der jeweiligen Lager gibt es Konflikte. Befeuert wird der Konflikt von ausländischen Staaten, die Waffen, Söldner und andere Ausrüstung ins Land schicken. Alle internationalen Bemühungen, den Konflikt beizulegen, blieben bisher erfolglos.

General Haftar wird von den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien, Ägypten und Russland unterstützt. Experten zufolge kämpfen derzeit etwa 1400 russische Söldner in Libyen. Zu den wichtigsten Unterstützern der international anerkannten Regierung von Sarraj zählen Katar, die Türkei und Italien.

als/dpa

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