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Libyens gefürchteter General Haftar Der Warlord

General Khalifa Haftar ist eine der Schlüsselfiguren im aktuellen Libyen-Konflikt. Unsere Reporter haben ihn im August 2019 porträtiert.
Von Mirco Keilberth und Fritz Schaap
aus DER SPIEGEL 36/2019
Foto: ABDULLAH DOMA / AFP

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Dieser Artikel stammt aus der Reihe SPIEGEL+ Bestseller. Er erschien zuerst in SPIEGEL 36/2019.

Vor den Toren Bengasis, in seinem Hauptquartier, sitzt der Herrscher der Stadt und will nicht reden. General Khalifa Haftar erklärt nichts – nicht seinen Krieg gegen die Regierung in Tripolis, der Hauptstadt Libyens, nicht sich selbst.

Ende Juli tritt er kurz im libyschen Fernsehen auf. Ein groß gewachsener Mann, 75 Jahre alt, mit Schnurrbart, fleischigen Wangen und weißem Haar. Selbstsicher, pompös und leicht messianisch. Er appelliert an die Moral seiner Truppen.

Haftar inszeniert sich als starker Mann, der Sicherheit bringt, der Tripolis erobert. In Bengasi, der großen Stadt des Ostens, lässt sich beobachten, was geschehen könnte, wenn Haftar tatsächlich siegen und über ganz Libyen herrschen würde.

Haftar ist in Bengasi überall und nirgends. Er schaut von Postern auf die Stadt. Er spukt in den Köpfen der Menschen. Niemand will offen etwas Schlechtes über ihn sagen. Und nur wenige etwas Gutes. In Tripolis schimpfen die Menschen über eine unfähige Regierung, aber, so sagen sie, sie könnten das zumindest laut tun. In Bengasi unter Haftar sei das nicht so.

Fast ein Jahrhundert lang war Bengasi der Motor für Veränderungen in Libyen. Hier bündelte sich der Widerstand gegen die italienischen Kolonialherren. Hier rief Idris 1951 das Königreich Libyen aus. Hier begann 2011 der Aufstand gegen Diktator Muammar al-Gaddafi. Nun hat sich die Stadt Haftar unterworfen.

Ali Marhab, ein kleiner, stämmiger Mann mit kurzen Haaren und breitem Gesicht, läuft über den Tahrir-Platz in Bengasi, wo die Revolte gegen Gaddafi ihren Anfang nahm, hinein in die Altstadt. Er will, wie auch die anderen Protagonisten in diesem Text, nicht, dass sein echter Name genannt wird. Er fürchtet Repressionen. "Es gibt überall Ohren", sagt er.

Marhab hat 2011 gegen Gaddafi gekämpft. Er hat Haftar von 2014 bis 2017 dabei geholfen, die Islamisten aus Bengasi zu vertreiben. Nun arbeitet er für Haftars Libysche Nationale Armee (LNA). In welcher Position, soll hier nicht gesagt werden.

Marhab kommt am Gerichtsgebäude vorbei. Granaten haben Teile der Fassade herausgesprengt. Auf dem Parkplatz liegen ausgeblichene Palmenstämme. Die Häuserfronten sind von Kugeln und Granaten zerlöchert. "Wenn du eine Meinung hast, dann behalte sie für dich. Wenn du etwas sagst, könnten Leute Fragen stellen", klagt er.

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