Vorfall in Liverpool Vier Verdächtige nach tödlicher Taxi-Explosion wieder frei

Wegen der Detonation eines Sprengsatzes in einem Liverpooler Taxi waren vier Personen festgenommen worden. Nun sind sie wieder auf freiem Fuß. Zum Fahrgast wurden weitere Details bekannt.
Polizei und Kriminaltechniker am Tatort in Liverpool

Polizei und Kriminaltechniker am Tatort in Liverpool

Foto: Christopher Furlong / Getty Images

Vier Männer, die im Zusammenhang mit der tödlichen Explosion eines Taxis in Liverpool festgenommen wurden, sind wieder auf freiem Fuß. Das teilte die Antiterroreinheit der britischen Polizei mit.

Unterdessen wurden weitere Details zu dem Fahrgast des Taxis bekannt, der bei dem Vorfall am Sonntagvormittag ums Leben gekommen war. Es handelt sich um einen 32-jährigen Mann namens Emad Al S., wie die Polizei mitteilte. Der BBC zufolge war der Mann ein Asylbewerber aus dem Nahen Osten, der im Jahr 2017 zum Christentum konvertiert war.

Die Polizei geht davon aus, dass der Mann den Sprengsatz selbst bei sich trug. Über das Motiv und das eigentliche Ziel des mutmaßlich misslungenen Anschlags war zunächst nichts bekannt.

Al S. hatte sich nach Angaben der Ermittler in dem Taxi zu einer Frauenklinik bringen lassen, wo der selbst gebaute Sprengsatz detonierte. Der Taxifahrer konnte sich retten. Er wurde zunächst im Krankenhaus mit Verletzungen behandelt, später aber wieder entlassen. Das Fahrzeug brannte vollständig aus.

Terrorwarnung auf zweithöchste Stufe erhöht

Im Zusammenhang mit dem Vorfall waren in den vergangenen Tagen mehrere Wohnungen durchsucht worden. Bei den Verdächtigen handelte es sich um Männer im Alter zwischen 20 und 29 Jahren. Auch am Montag waren am Tatort noch Straßen teilweise abgesperrt, wie britische Medien berichteten.

In Großbritannien wurde die Terrorwarnung unterdessen auf die zweithöchste Stufe erhöht. Das hatte die britische Innenministerin Priti Patel am Montag mitgeteilt. Premier Boris Johnson berief nach der Bekanntgabe des terroristischen Hintergrunds der Tat das nationale Sicherheitskabinett Cobra ein. Anschläge in Großbritannien gelten der neuen Einschätzung zufolge nun als »sehr wahrscheinlich«.

Als mögliches Ziel eines vereitelten Anschlags machten Medien eine Veranstaltung zum Gedenken an die Gefallenen am Remembrance Sunday aus. In der nahe gelegenen Kathedrale seien zum Zeitpunkt der Explosion Tausende Menschen versammelt gewesen, so die Berichte.

bam/dpa