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Gestorben Luisa Zappitelli, 109

aus DER SPIEGEL 26/2021

Vor 75 Jahren trug sie mit ihrer Stimme dazu bei, dass Italien seine Monarchie abschaffte. Dieses Referendum war das erste Mal, dass die italienischen Frauen auf nationaler Ebene abstimmen durften – und Luisa Zappitelli lief dafür mit Familie und Freundinnen viele Kilometer ins Wahllokal nahe Perugia. Damit wurde sie zu einer Ikone der Frauenrechte und der Demokratie; zuletzt nannten sie einfach alle Oma: »nonna d'italia«. Im patriarchalisch geprägten Italien stach die früh verwitwete gläubige Katholikin mit ihrem Engagement heraus. Von 1946 an verpasste sie nicht einen Urnengang. Zappitelli, die nebenbei auch Vespaklub-Maskottchen und Kanarienvogelzüchterin war, sagte während der Pandemie, sie habe schon die Spanische Grippe, zwei Weltkriege und eine Lungenentzündung überlebt – die neue Seuche mache ihr keine Angst. Vergangenen September ging sie zum letzten Mal wählen. Luisa Zappitelli starb am 19. Juni in Città di Castello, nördlich von Perugia.

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