Von Myanmar nach Malaysia Massenausbruch aus Lager – sechs Rohingya sterben

Mehr als 500 schutzsuchende Rohingya haben versucht, aus einem Internierungslager in Malaysia zu entkommen. Dabei kamen mehrere ums Leben.
Hinter Schloss und Riegel: im Lager Sungai Bakap in Malaysia sind viele Rohingya-Flüchtlinge untergebracht

Hinter Schloss und Riegel: im Lager Sungai Bakap in Malaysia sind viele Rohingya-Flüchtlinge untergebracht

Foto: A. Ammarudin / AFP

Bei einem Ausbruch von Rohingya-Flüchtlingen aus einem Internierungslager in Malaysia sind mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen.

Die Flüchtlinge seien nach der Flucht beim Überqueren einer Schnellstraße von Fahrzeugen erfasst worden, zitierte die malaysische Nachrichtenagentur Bernama den örtlichen Polizeichef Mohamad Shuhaily Mohamad Zain. Unter den Toten seien auch zwei Kinder.

Nach Angaben der Einwanderungsbehörde hatten 528 Menschen Absperrungen durchbrochen und waren aus dem Lager in Sungai Bakap im Bundesstaat Penang geflohen. Bei einer sofort eingeleiteten Suchaktion seien mehr als 360 Rohingya wieder gefangen und in das »Immigration Detention Depot« zurückgebracht worden. Nach den noch Flüchtigen werde gesucht.

Kein Zugang zu Bildung, Arbeit oder Gesundheitsversorgung

Die muslimische Minderheit der Rohingya aus Myanmar wird in ihrer Heimat brutal verfolgt. Viele fliehen in das überwiegend muslimische Malaysia. Das südostasiatische Land gewährt aber keinen Flüchtlingsstatus.

Geschätzte 100.000 Rohingya gelten in Malaysia als Einwanderer ohne Papiere, sodass sie keinen Zugang zu Bildung, Arbeit oder Gesundheitsversorgung haben. Viele weitere sind nach ihrer illegalen Ankunft – zumeist über das Meer – noch nicht registriert und werden in Haftzentren für Einwanderer festgehalten.

atb/dpa/AFP